Engagement «vernachlässigbar»: 

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Engagement «vernachlässigbar» 

Lupe Europas Banken sehen keine Gefahr in Dubai

Nach dem Dubai-Schock an den Börsen versuchen die europäischen Banken zu besänftigen: Sie seien - wenn überhaupt - nur begrenzt in dem Emirat engagiert. Dennoch bleibt die Angst, dass sich die Krise in der Region ausbreiten könnte.

Mit der Finanzkrise in Dubai wollen die Banken im Rest der Welt nichts zu tun haben. Die Deutsche Bank äußerte sich zwar nicht zu möglichen Belastungen. In Finanzkreisen hieß es jedoch, dass das größte deutsche Geldinstitut nicht bei Dubai World engagiert ist. Auch in Kreisen der Commerzbank hieß es, das Engagement in dem Emirat sei «vernachlässigbar. Der deutsche Baukonzern Hochtief teilte mit, man gehe davon aus, dass sich aus der Finanzkrise in Dubai «keine nennenswerten Auswirkungen auf Hochtief ergeben».

Die französischen Banken sind nach eigenen Angaben nur begrenzt von der Dubai-Krise betroffen, und auch Italiens Zentralbank rechnet für den dortigen Bankensektor nicht mit Problemen. Ähnlich äußerten sich Geldinstitute aus China. Diese Äußerungen milderten die Kursverluste an Europas Börsen ab. In Tokio war der Nikkei-Index am Freitag um 3,2 Prozent auf den tiefsten Stand seit vier Monaten gefallen.
Dubai kämpft mit den Schulden
Am Mittwoch hatte das Emirat Dubai eingestanden, dass es in massiven Finanzproblemen steckt. Die Regierung bat die Gläubiger der Holding-Gesellschaft Dubai World und ihrer Tochterfirma Nakheel um Zahlungsaufschub. Die Finanzkrise machte offenbar, dass sich die Ölscheichs übernommen haben. Insgesamt soll Dubai World finanzielle Verpflichtungen in Höhe von rund 60 Milliarden Dollar angesammelt haben. Bankkreisen zufolge könnten internationale Banken mit bis zu 12 Milliarden Dollar bei Dubai World engagiert sein.

Allerdings herrscht an den Märkten noch Misstrauen, ob die Geldprobleme des arabischen Emirats nicht doch auf die weltweite Finanzbranche durchschlagen könnte. «Jeder, der bisher dachte, es gebe einen sanften Ausstieg aus der Rezession und der Krise, hat sich selbst getäuscht», analysierte die französische Großbank Societe Generale am Freitag das Geschehen.

Abu Dhabi ist Hauptgläubiger
Anders als die europäische und asiatische Finanzbranche scheinen Banken aus Dubais Nachbar-Emirat Abu Dhabi stärker bei Dubai World engagiert zu sein. Sie hatten auf dem Hochpunkt des Immobilienbooms im großen Stil Kredite an Firmen aus Dubai vergeben, bevor die Finanzkrise 2008 auch diesen Wirtschaftszweig in die Tiefe riss. Die Abu Dhabi Commercial Bank ist mit mindestens acht bis neun Milliarden Dirham (1,4 bis 1,6 Milliarden Euro) bei Dubai World im Geschäft.

Die US-Bank JP Morgan zeigte sich «weniger besorgt» um das direkte Engagement internationaler Banken bei Dubai World. Um das Emirat Abu Dhabi, das auf hunderten Milliarden Dollar sitzt, hat das Institut keine Angst. Die Nachricht von den massiven Geldproblemen Dubais hatte die Finanzwelt am Donnerstag wie ein Blitz aus heiterem Himmel getroffen. Die Nachricht hatte auch Auswirkungen auf den Ölpreis: Der Preis für ein Barrel (159 Liter) sank am Freitagmittag auf 73,88 Dollar und lag damit um 4,08 Dollar unter dem Preis zum Handelsschluss am Donnerstag. Bei den Investoren löste die Nachricht Besorgnis vor einem möglichen Übergreifen der Finanznöte auf andere Golfstaaten aus. (nz)