09.03.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Arbeiter in einer Reiswhiskey-Fabrik in Thailand
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Asien ist in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen - umso deutlicher ist jetzt der Absturz in der globalen Krise. Diese hat weltweit bislang Vermögenswerte im Volumen von 50 Billionen Dollar vernichtet.
Die Finanzkrise hat nach einer Studie der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) weltweit Vermögenswerte von 50 Billionen Dollar - umgerechnet 39,4 Billionen Euro - vernichtet. Asien war demnach stärker betroffen als andere aufstrebende Regionen. Dort seien 9,6 Billionen Dollar vernichtet worden, etwas mehr als das Bruttoinlandsprodukt (BIP) eines ganzen Jahres, berichtete die ADB am Montag an ihrem Sitz in Manila auf den Philippinen.
Asien sei besonders betroffen, weil die Region sich so rasant entwickelt habe. Zwischen 2003 und 2007 stieg den Angaben zufolge der Wert der Finanzanlagen in Asien von 250 Prozent auf 370 Prozent des BIP. Im Vergleich dazu sei der Anteil etwa in Lateinamerika nur um 30 Prozent gestiegen. Deshalb liege der Verlust dort nur bei 2,1 Billionen Dollar oder 57 Prozent des BIP.
Die ADB rechnet zu der asiatischen Region («Developing Asia») 44 Länder von Afghanistan über Kasachstan, Bangladesch und Indonesien bis zu den Inselstaaten im Pazifischen Ozean, aber auch China, Indien und Singapur. ADB-Präsident Haruhiko Kuroda sprach von der schlimmsten Krise seit der großen Depression im vergangenen Jahrhundert. Daten zeigten, dass die Krise wegen der engen Verbindungen zwischen Finanzmärkten und Volkswirtschaften kein Land unberührt lasse.
Buffett: Wirtschaft «in einen Abgrund gestürzt»Doch werde sich Asien als eine der ersten Regionen von der Krise erholen, gab sich Kuroda optimistisch. «Ich fürchte, es wird alles noch schlimmer, bevor es besser wird», sagte Kuroda. «Aber ich bin zuversichtlich, dass Asien als eine der ersten Regionen aus der Krise kommt und stärker daraus hervorgeht als es je zuvor war.» Mit einer Konjunkturerholung sei erst gegen Jahresende oder Anfang kommenden Jahres zu rechnen. «Die nächsten 12 bis 18 Monate werden schwierig», heißt es in der Studie.
Düster äußerte sich auch der berühmte amerikanische Investor Warren Buffett: Die Finanz- und Wirtschaftskrise entspreche «beinahe dem schlimmsten Szenario», welches er sich habe vorstellen können, sagte Buffett am Montag dem Fernsehsender CNBC. Die Wirtschaft sei «in einen Abgrund gestürzt». Die weltgrößte Volkswirtschaft, die USA, sei in einem Teufelskreis gefangen. Die Erholung werde, wenn sie denn komme, nur langsam vonstatten gehen. (dpa/nz)