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Großprojekte in Infrastruktur: 

Brasilien umwirbt deutsche Investoren

21. Aug 2008 16:50
Symbol Brasiliens: Der Zuckerhut in Rio
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Brasilien investiert einen dreistelligen Milliarden-Betrag in Verkehrswege, Strom und Wohnungsbau. Ein gutes Stück vom Kuchen könnte für Deutschland abfallen - der Botschafter in Berlin sieht gute Chancen.

Brasilien wirbt angesichts anstehender Milliarden-Projekte zum Ausbau seiner Infrastruktur massiv um deutsche Investoren. «Die Gelegenheit ist sehr günstig und die Chancen stehen gut», sagte Brasiliens Botschafter in Deutschland, Luiz Felipe de Seixas Corrêa, anlässlich der am Sonntag in Köln beginnenden deutsch-brasilianischen Wirtschaftstage in Berlin.

Brasilien werde bis 2010 insgesamt rund 200 Milliarden US-Dollar vor allem in Verkehrswege, Stromversorgung, Wohnungsbau und Kanalisation investieren, erläuterte der Botschafter. Es gebe große Möglichkeiten für ein intensiveres deutsches Engagement.

Seixas Corrêa verwies unter anderem auf die schon seit langem geplante Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Rio de Janeiro und São Paulo. Das ehrgeizige Projekt soll bis zur Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien 2014 fertig sein. Die 400 Kilometer lange Strecke zwischen den beiden Millionen-Metropolen soll dann in nur eineinhalb Stunden zurückgelegt werden.

Die Leiterin der Abteilung Internationale Märkte beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), Beatrice Kühne, betonte, Brasilien sei wichtigster Handels- und Investitionspartner Deutschlands in der Region. Die deutschen Ausfuhren sind 2007 demnach erneut zweistellig um rund 33 Prozent auf mehr als acht Milliarden US-Dollar (rund 5,5 Milliarden Euro) gestiegen.

Die größte deutsche Investition seit mehr als zehn Jahren sei das in Bau befindliche neue ThyssenKrupp-Stahlwerk an der Bucht von Sepetiba im Staat Rio de Janeiro, sagte Kühne. Die Investitionen für das Werk belaufen sich auf mehr als drei Milliarden Euro. Von Frühjahr 2009 an sollen dort jährlich fünf Millionen Tonnen Stahl produziert werden und Arbeitsplätze für 3500 Menschen entstehen.

Für den Volkswagen-Konzern ist Brasilien einer der wichtigsten Märkte. In dem südamerikanischen Land verkaufen die Wolfsburger von ihrer Marke VW mittlerweile mehr als in Deutschland: In den ersten sieben Monaten dieses Jahres verkaufte VW in Brasilien 314.500 Pkw und damit 20,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie der Konzern am Donnerstag in Wolfsburg mitteilte. In Deutschland seien von Januar bis Juli 312.600 Wagen verkauft worden (plus 6,2 Prozent). Der volumenstärkste Einzelmarkt ist nach wie vor China, wo die Marke 501.250 Pkw auslieferte (plus 12,9 Prozent). (dpa/AP)

 
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