Die IEA sieht als Hauptgrund für den Preisanstieg, dass das Angebot nicht im erhofften Maße steige. Beziehungsweise, dass die Nachfrage zu stark steigt. Denn Skeptiker bezweifeln, dass man die Förderung kurzfristig – wie jetzt von den G8 gefordert – mal eben ausweiten kann. Die Hersteller förderten schon jetzt «am Anschlag», meint etwa die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Claudia Kemfert.Ähnlich äußert sich der texanische Ölinvestor Boone Pickens: Eine Ausweitung sei schlicht nicht möglich. Seit längerem würden am Tag etwa 85 Millionen Barrel Öl gefördert, mehr gehe nicht, meint Pickens. Wenn sich also am Angebot nur wenig ändern lässt, rückt die Nachfrageseite in den Blick. Doch in den Ländern, die in Toyako um den G8-Tisch versammelt sind, sinkt die Nachfrage nach Öl sowieso schon – auch wenn es dort natürlich noch enormes Potenzial für mehr Effizienz gibt.
Aber vor allem in den Schwellenländern steigt der Ölverbrauch weiter. China und Indien sind indes erst am Mittwoch Mittag beim «Working Lunch» in Tokayo dabei. Es bleibt abzuwarten, ob der Ölverbrauch dann noch mal aufs Tapet kommt. Für heute gilt im Gipfelhotel «Windsor» erst einmal: Gut, dass wir drüber gesprochen haben.