15. Jan 2008 11:42
Wer nicht zuhause gepflegt werden kann und nicht ins Heim gehen möchte, hat eine Alternative: Betreutes Wohnen.
hat beeindruckt, wie viel Selbstständigkeit dort möglich ist.
Ein Pflegeheim kam für sie nicht in Frage. Denn Gerda Obbey legt viel Wert auf eine eigene Wohnung, auf Selbständigkeit und Sicherheit. Dies alles fand sie in ihren neuen vier Wänden. Umgeben von ihren gewohnten Möbeln und den Fotos ihrer Lieben kann sie hier nicht nur Altersgenossen bei geselligen Handarbeits-Nachmittagen treffen, sondern bei Bedarf auch auf einen bereits in anderen Wohnanlagen bewährten Pflegedienst zurückgreifen, der über einen in jeder Wohnung vorhandenen Notrufanschluss erreichbar ist. Für alle anderen Fragen gibt es rund um die Uhr einen Ansprechpartner an der Rezeption.Betreutes Wohnen in einer Wohnanlage nennt sich diese Wohnform, deren Architektur und Gemeinschaftseinrichtungen Treffen und Gespräche unter den Bewohnern fördern sollte. Senioren und Menschen mit Behinderung sichert diese Wohnart ein höchstmögliches Maß an eigenständiger Lebensführung in altengerechten Wohnungen. Dazu bieten alle Träger ein enges Netz an Dienstleistungen an, das der jeweiligen Lebenssituation auch bei zunehmender Hilfs- und Pflegebedürftigkeit Rechnung trägt.
Die Nachfrage nach betreutem Wohnen steigt, denn nur noch etwa ein Fünftel der über 75-Jährigen hat Zugriff auf ein enges Angehörigen-Netzwerk. Zugleich wünschen die meisten älteren Menschen so lange wie möglich selbstbestimmt zu wohnen. Oft benötigen sie jedoch Hilfe, haben Angst vor Vereinsamung oder einem Unfall in ihrer Wohnung. Betreute Wohnformen ermöglichen beides: ein weitgehend selbständiges und sicheres Leben in der eigenen Wohnung gekoppelt mit dem individuell erforderlichen Maß an Betreuung, Pflege und Unterstützung.Nach einer vom Familienministerium beauftragten Studie zu „Möglichkeiten und Grenzen selbstständiger Lebensführung in Privathaushalten« lebten 2005 cirka 60.000 Hilfe- oder Pflegebedürftige in ambulant betreuten Wohnformen oder vergleichbaren Wohngruppen. Davon bezogen knapp 40.000 Leistungen der Pflegeversicherung. Das ist noch wenig, verglichen mit bundesweit 8791 vollstationären Pflegeeinrichtungen, deren Durchschnittsgröße bei 82 Bewohnern liegt – Stand Ende 2005.