netzeitung.deEinsame Menschen werden leichter krank

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Ist der Mensch allein, krankt nicht nur die Seele (Foto: dpa/gms<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ist der Mensch allein, krankt nicht nur die Seele
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Ein gutes soziales Umfeld sorgt für eine gutes Immunsystem. Gen-Forscher fragen sich allerdings, ob es nicht auch andersrum sein könnte.

Einsamkeit spiegelt sich in der genetischen Information des Menschen wider: Bei sozial isolierten Menschen sind über 200 Gene teils stärker, teils schwächer aktiv als bei Menschen mit guten sozialen Kontakten. Das schließen US-Forscher aus einer Studie, die Genaktivitäten von - nach ihrer Meinung - einsamen und gesellschaftlich gut integrierten Menschen vergleicht.

Demnach beeinflusst soziale Isolierung vor allem das Immunsystem. Bei Menschen mit wenigen sozialen Kontakten werden Gene, die Entzündungen auslösen können, häufiger abgelesen. Solche, die Viren abwehren sollen, seien dagegen weniger aktiv, berichten die Wissenschaftler um Steve Cole von der Universität von Kalifornien in Los Angeles im Fachmagazin Genome Biology.

Viele weiße Blutkörperchen
Die 14 Versuchsteilnehmer wurden anhand eines Fragebogens als besonders einsam oder als sozial gut integriert eingestuft. Die Forscher nahmen ihren Probanden Blut ab und untersuchten das Erbgut der weißen Blutkörperchen. Bei den sozial isolierten Menschen wurden 78 Gene verstärkt abgelesen, während 131 nur noch unterdurchschnittlich aktiv waren.

Einsame Menschen reagieren demnach weniger stark auf das entzündungssenkende Hormon Cortisol. Die Vermehrung der entzündungsfördernden weißen Blutkörperchen wird dagegen begünstigt. Gene, die über ein Molekül namens Interferon Viren abwehren sollen, waren in den einsamen Versuchsteilnehmern weniger aktiv.

Einsamkeit durch Genaktivität?
Die Ergebnisse bestätigen frühere Studien, nach denen sozial isolierte Menschen ein höheres Risiko haben, an Infektionskrankheiten oder Krebs zu erkranken. Allerdings sei noch unklar, ob Einsamkeit die Gesundheit eines Menschen negativ beeinflusse oder ob umgekehrt ein bestimmtes Muster an Genaktivitäten zu sozialer Isolierung führe, erklären die Forscher.

Um genauere Aussagen treffen zu können, müssten die Ergebnisse noch an einer größeren Gruppe von Versuchsteilnehmern überprüft werden. (nz/ddp)