21.08.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Cannabis legal aus der Apotheke
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Eine an Multiple Sklerose erkrankte Frau darf Cannabis ganz legal in der Apotheke kaufen. Die Zustimmung der Bundesopiumstelle ist jedoch an strenge Auflagen geknüpft.
Erstmals kann eine Patientin in Deutschland Cannabis in der Apotheke kaufen - legal. Die Bundesopiumstelle stimmte dem Antrag einer 51-jährigen Frau aus Baden-Württemberg zu, ihre Multiple Sklerose mit Cannabis zu behandeln, wie die «Süddeutsche Zeitung» am Dienstag berichtete. Die Zustimmung unterliegt allerdings strengen Auflagen.
Die seit 14 Jahren an Multipler Sklerose leidende Patientin darf demnach von Ende August an Extrakte aus Hanf legal beziehen. Ein Arzt müsse die Therapie indes begleiten, hieß es weiter. Immer mehr wissenschaftliche Studien zeigen der Zeitung zufolge, dass Cannabis Spastiken und Schmerzen lindern kann, die bei der Nervenkrankheit Multiple Sklerose recht häufig auftreten.
Cannabis-Tee hilftCannabis fällt in Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz. Ärtze dürfen deshalb nur den synthetisch hergestellten Cannabis-Wirkstoff Dronabinol verschreiben. «Ich habe alle schulmedizinischen Medikamente ausprobiert, aber die Nebenwirkungen waren inakzeptabel», sagt die 51-Jährige der Zeitung. Sie könne wegen der spastischen Lähmungen nachts kaum schlafen. Auch der Cannabis-Wirkstoff Dronabinol habe ihr keine spürbare Erleichterung gebracht.
In einer medizinische Fachzeitschrift habe sie schließlich von der Cannabis-Therapie erfahren, sagte sie. Sie habe sich Gras besorgt und sich zwei bis dreimal die Woche aus den Blüten einen Tee gekocht. Das habe ihre Schmerzen und die starken Lähmungen gelindert. Die Bundesopiumstelle hatte bisher Anträge von Patienten, Cannabis als Medizin einsetzen zu dürfen, pauschal abgewiesen. (nz)