Schmidt sieht «Patienten in Geiselhaft»
In mehreren Bundesländern haben Ärzte-, Apotheker-, Krankenhaus- und andere Gesundheitsverbände einen bundesweiten Aktionstag unter dem Motto «Patient in Not» gestartet. Dabei müssen Patienten mit Praxisschließungen und eingeschränkten Apothekendiensten rechnen. Bei dem Protesttag werde man spüren, «wie es ist, wenn die Menschen nicht mehr mal eben um die Ecke zu ihrem Arzt gehen können», sagte der Vorsitzende des Ärzteverbandes Hartmannbund, Kuno Winn, der «Frankfurter Rundschau».
Die Verbände haben in vielen Städten Protestmärsche, Kundgebungen und Podiumsdebatten geplant. Die Große Koalition befinde sich auf einem «entscheidenden Irrweg», sagte Winn. «Das muss man versuchen aufzuhalten.»
Der Chef der Techniker Krankenkasse, Norbert Klusen, wies auf den mangelnden Rückhalt der Reform in der Bevölkerung hin. «Was ich für besonders schädlich halte, ist, dass die Bürger mehrheitlich nicht bereit sind, den Reformen der Regierung in dieser Weise zu folgen. Das muss die Politik aufhorchen lassen. Sie sollte künftig für Reformen in sachlicher, realistischer und wahrheitsgemäßer Art werben», sagte Klusen der Zeitung «Die Welt».
Köhler begebe sich mit seiner Drohung auf «sehr dünnes Eis», warnte Vater: Wenn er bei seiner Auffassung bleibe, «sollte er sich überlegen, ob er der richtige Mann an der Spitze der Kassenärztlichen Bundesvereinigung ist».
Die gesundheitspolitische Sprecherin der Unions-Fraktion, Annette Widmann-Mauz (CDU), rechnet im parlamentarischen Prozess noch mit «Feinjustierungen» am Gesetzentwurf zur Gesundheitsreform. «Ich gehe davon aus, dass es auch Veränderungen geben wird», sagte sie im ZDF-«Morgenmagazin». (nz)
