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Neurodermitis-Gen entdeckt
12. Sep 2007 16:46

Baden gegen den Juckreiz: Neurodermitis-Therapie
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Foto: dpa
Mediziner der Berliner Charité haben eine der Ursachen von Neurodermitis aufgedeckt. Den Erkrankten fehlt der Bauplan für ein bestimmtes Kollagen.
 
Berliner Wissenschaftler haben ein Gen entdeckt, das Neurodermitis auslösen kann. Gefunden wurde das Gen mit Namen COL29A1 von Forschern des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) und Kinderärzten der Charité.

An Neurodermitis leidende Kinder verfügten häufig über bestimmte Varianten von COL29A1, teilte die Charité am Mittwoch mit. Diese Mutationen erhöhten also das Risiko, an Neurodermitis zu erkranken, folgern die Forscher. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift «PloS Biology» (Bd. 5, Nr. 9; Doi:10.1371/journal.pbio.0050242) veröffentlicht.

Wanderung von Abwehrzellen

Mehr in der Netzeitung:
Die Forscher um Young-Ae Lee vom Allergie-Zentrum der Charité fanden heraus, dass das Gen die Bauanleitung für das Protein Kollagen 29 enthält, das in der Haut von gesunden Menschen in der äußersten Schicht, der Epidermis, aktiv ist. Neurodermitis-Patienten fehle das Protein.

Noch ist unklar, welche Funktion Kollagen 29 in der Epidermis hat. Die Forscher vermuten, dass es den Zusammenhalt der Hautzellen und die Wanderung von Abwehrzellen in der Epidermis beeinflusst. Damit würde es beim Schutz der Haut vor äußeren Einflüssen wie Kälte oder Hitze und der Abwehr von Erregern eine wichtige Rolle spielen.

Anzeichen für weitere Allergien

Für ihre Studie hatten die Wissenschaftler rund 500 Familien mit 908 an Neurodermitis erkrankten Kindern genetisch untersucht. In den meisten Fällen war die Krankheit bereits in den ersten Lebensmonaten und -jahren ausgebrochen.

Neurodermitis ist eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die oft mit Allergien einhergeht und in den Industrieländern 10 bis 20 Prozent der Kleinkinder trifft. Sie ist häufig ein erstes Anzeichen für die Entwicklung weiterer allergischer Erkrankungen wie Asthma oder Heuschnupfen. (dpa)





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