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Schimpansen- und Humangenom verglichen
31. Aug 2005 19:37

Schimpanse Clint lieferte das Untersuchungsmaterial.
Bild vergrößern
Foto: Yerkes National Primate Research Center
Forscher haben das Erbgut unseres nächsten genetischen Verwandten untersucht. Die Analyse zeigt, was Mensch und Menschenaffe unterscheidet.
 
Ein internationales Forscherkonsortium hat das Erbgut des Schimpansen Pan troglodytes vollständig entziffert. Es ist zu 98,7 Prozent identisch mit dem des Menschen Homo sapiens, berichten die Wissenschaftler in den Fachzeitschriften «Nature» und «Science».

Mehr in der Netzeitung:
Die meisten Parallelen fanden die Forscher, unter ihnen auch ein Team um Svante Pääbo vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, im Gehirn beider Spezies. Dass der Mensch über Fähigkeiten wie Sprache und Gedächtnis verfügt, der Schimpanse bei fast identischem Erbgut aber nicht, erklärt Pääbo mit der unterschiedlichen Aktivität der Gene.

Die größte Abweichung liegt im Hoden. Dort ist bei dem Menschenaffen jedes dritte Gen aktiver oder weniger aktiv als beim Menschen, berichtet die Agentur dpa. Den Grund dafür sehen die Forscher in der Promiskuität der Schimpansenweibchen. Sie zwinge die Männchen, mehr Samenzellen zu erzeugen, um sich gegen die starke Konkurrenz durchsetzen und das Rennen um die Vaterschaft gewinnen zu können.

Mehr in der Netzeitung: Schimpansen- Forschung
Unter diesem Reproduktionsdruck geben Schimpansen allerdings häufiger schädliche Genmutationen an ihren Nachwuchs weiter, stellten US-Forscher fest. Dagegen habe die Spezies Mensch bessere Chancen, genetische Fehler durch die natürliche Auslese zu eliminieren, heißt es in den Fachjournalen.

Die Federführung des Schimpansen-Sequenzierungsprojekts lag bei der Harvard Universität und dem benachbarten Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston. Pääbo und Kollegen verglichen jeweils rund 21.000 Gene, die in Herz, Leber, Niere, Hoden und Hirn beider Primatenarten aktiv sind. (nz)





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