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Medikament sabotiert Brustkrebs-Zellen
14. Apr 2005 10:47
 |  Geschädigte Chromosomen (rot) von Tumorzellen | | Foto: Nuala McCabe |
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Mutationen in «Brustkrebs-Genen» sind häufig Ursache der Erkrankung. Jetzt haben Mediziner ein Mittel zum gezielten Angriff auf diese Tumorzellen gefunden.
Ein britisches und ein schwedisches Forscherteam hat einen Wirkstoff gefunden, der gegen erblich bedingten Brustkrebs eingesetzt werden kann. Das Mittel hemmt Reparaturmechanismen, auf die die Tumorzellen angewiesen sind. Möglicherweise könnten mit dem Mittel auch weitere Krebserkrankungen behandelt werden.
«Achillesferse der Tumorzellen»
Fehlerhafte Kopien der «Brustkrebs-Gene» BRCA1 oder BRCA2 können Zellen zu Tumorzellen entarten lassen. Mehr als die Hälfte der Frauen mit einer veränderten Form eines der Gene erkranken bis zum Alter von 70 Jahren. Die Gene sind wahrscheinlich an der Wartung des Erbguts beteiligt. DNA-Abschnitte mit «Schreibfehlern» werden dabei durch eine korrekte Kopie ersetzt.In den Tumorzellen der betroffenen Frauen gibt es keine funktionierende Kopie der BRCA-Gene. Wie die beiden Forscherteams nun in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Nature» berichten, wird in den Tumorzellen mit einer BRCA1- oder BRCA2-Mutation ein Enzym unersetzlich, dessen Bauanleitung in einem anderen Gen verschlüsselt ist: die so genannte Poly-ADP-Ribose-Polymerase (PARP). Dieses Protein übernimmt die Reparaturfunktion. Wird es blockiert, sammeln sich Fehler im Erbgut an, berichten die Wissenschaftler um Alan Ashworth vom Londoner Institute of Cancer Research und Thomas Helleday von der Stockholms Universitet. Die Tumorzellen sterben dadurch ab. «Das ist ein ganz neuer Ansatz, der auf einen spezifischen Mangel der Tumorzellen abzielt – ihre Achillesferse», wird Ashworth in einer Mitteilung des Krebsforschungsinstituts zitiert.
Die Wissenschaftler haben einen PARP-Hemmstoff an Mäusen getestet. Bei Tieren mit einer Mutation im BRCA2-Gen verlangsamte sich dadurch das Tumorwachstum. Der Wirkstoff könnte demnach zur medikamentösen Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt werden, die mit Mutationen der BRCA-Gene zusammenhängen. Dazu gehören auch Eierstockkrebs und Prostatakrebs. Die Forscher wollen den Wirkstoff jetzt klinisch erproben.
Für das Web ediert von Patrick Eickemeier |
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