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Lupe Katze auf Bestellung geklont

In den USA ist erstmals ein geklontes Haustier bestellt und verkauft worden. 50.000 Dollar kostete die Gen-Kopie einer verstorbenen Schmusekatze.

Eine Firma in den USA hat erstmals eine auf Bestellung geklonte Katze verkauft. Die neun Wochen alte Klon-Katze Little Nicky wurde ihrer Auftraggeberin in Texas überreicht – für 50.000 Dollar.

Little Nicky wurde aus der DNA der verstorbenen Katze Nicky geklont. Nicky war im vergangenen Jahr im Alter von 17 Jahren gestorben. «Er ist identisch. Er hat denselben Charakter», sagte die Auftraggeberin der Nachrichtenagentur AP. Wohnort und Namen verschwieg sie – aus Furcht vor Klon-Gegnern.
Geklonte Tiere sind nicht wie das Original
Biologen und Tierschützer sind allerdings skeptisch. Bonnie Beaver, Verhaltensforscherin aus Texas, kommt zu einem anderen Urteil als die Auftraggeberin: «Viele Menschen machen sich nicht klar, dass die geklonte Katze nicht dieselbe ist wie das Original. Sie hat einen anderen Charakter. Sie hat andere Erfahrungen gemacht.»

Auch äußerlich hat es beim Klonen immer wieder Unterschiede gegeben. Die erste im Jahr 2001 geklonte Katze hatte eine andere Fellzeichnung als ihre Vorgängerin. Wissenschaftler werten das als Hinweis darauf, dass Umwelteinflüsse und andere biologische Faktoren es unmöglich machen, Tiere exakt zu kopieren.

Geld-zurück-Garantie für unzufriedene Kunden
Die US-amerikanische Firma Gentic Savings & Clone verspricht jedoch eine nahezu identische Kopie: Sowohl was das Äußere als auch was den Gesundheitszustand betrifft. Dafür hat die Firma eigens ein neues Klon-Verfahren entwickelt, an dem sie die Patentrechte besitzt. Sollte der Klon nicht mit dem Vorgänger übereinstimmen, dann bietet die Firma ihren Kunden eine «Geld-zurück-Garantie».

Genetics Savings & Clone ist nach eigenen Angaben der «erste kommerzielle Katzen-Klon Service». Im Jahr 2004 hat die Firma neun Katzen zu Testzwecken geklont. Little Nicky war die erste Auftragsarbeit der Firma.

Ethische Debatte über das Klonen neu entfacht
Bei der Klontechnik werden einem Tier Zellen entnommen. Aus ihnen lässt sich das Erbmaterial, die DNA, isolieren. Die DNA wird dann in eine entkernte Eizelle übertragen, so dass nur noch das Erbmaterial eines Tieres vorhanden ist. Auf diese Weise können sich identische Kopien entwickeln. Die manipulierte Eizelle wird schließlich einer so genannten Leihmutter eingepflanzt, die den Klon austrägt. Wissenschaftler haben mit diesem Verfahren unter anderem Rinder, Mäuse, Schweine, Kaninchen und Pferde geklont.

Das Marketingprojekt hat die ethische Debatte über das Klonen neu entfacht. David Magnus, Bioethiker an der Stanford-Universität, spricht von einem «moralisch-problematischen und etwas verwerflichen» Vorgehen. «Für 50.000
Dollar hätten sie vielen Streunern ein Heim geben können», sagte Magnus. Auch Tierschützer weisen darauf hin, dass in den USA jährlich tausende streunende Katzen getötet werden.

Genetic Savings & Clone will seinen Katzen-Klon-Service jedoch auch im nächsten Jahr anbieten. Derzeit arbeitet die Firma zusätzlich an einem weiteren Angebot: 2005 soll es einen Klon-Service für Hunde geben.


Für das Web ediert von Thomas Gith