Killergrippe im Labor erzeugt
07.10.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Verantwortlich für die Gefährlichkeit des künstlich erzeugten Virus ist das Gen für Hämagglutinin. Mithilfe dieses Oberflächenmerkmals der Viren können sie menschliche Zellen erkennen, an sie binden und sie infizieren. Das Hämagglutinin der Influenza-Viren von 1918 ist aufgrund seiner Form dabei besonders effektiv, wie britische Forscher bereits Anfang dieses Jahres gezeigt haben.
Die Viren, die das Hämagglutinin-Gen enthielten waren weit gefährlicher für die Versuchgstiere, als die, die nur das Neuraminidase-Gen enthielten. Dies erkläre, warum die Spanische Grippe so gefährlich war, sagt Kawaoka, das Hämagglutinin sei der «Täter».
Die Erreger der Spanischen Grippe könnten entstanden sein, als Geflügelpestviren in Zellen infizierter Schweine Gene mit menschlichen Grippeviren austauschten, für die Schweine ebenfalls anfällig sind. Zu einem solchen genetischen Austausch, aus dem ein für Menschen ähnlich gefährliches Virus hervorgehen könnte, könnte es auch heute in Asien kommen, wo zahlreiche Geflügelbestände mit einem Influenza-Virus des Subtyps H5N1 infiziert sind. Diese Ausbrüche müssten in internationaler Kooperation gestoppt werden, fordert Kawaoka, um das Risiko einzudämmen.(nz)

