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Genbank führt zu Elfenbein-Wilderern
28. Sep 2004 10:13
 | Die Tiere der matriarchisch organisierten Herden sind meist untereinander verwandt | | Foto: PNAS |
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Der illegale Handel mit Elfenbein hat im Jahr 2002 wieder zugenommen. Nun zeigt eine Art «Genkarte», aus welchen Gebieten die Schmuggelware stammt.
Zunehmender Elfenbeinhandel gefährdet die Elefanten Afrikas. Nun haben Forscher eine Karte Afrikas entwickelt, der sichergestellte Elfenbeinfunde zugeordnet werden können. Die Information, aus welchem Gebiet das Elfenbein stammt, kann im Kampf gegen den illegalen Handel eingesetzt werden.
Genetik und Statistik
Forscher um Samuel Wasser von der US-amerikanischen University of Washington in Seattle haben Kot- und Gewebeproben von wilden Elefanten in 16 afrikanischen Staaten gesammelt. Aus den Proben extrahierten sie die Erbsubstanz DNA und untersuchten sie auf unterschiedliche Ausprägungen sich entsprechender Gene, so genannte Allele.Wie sie in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Proceedings of the National Academy of Sciences» berichten, konnten sie mit den gewonnenen Daten eine Art Karte des Verbreitungsgebietes der afrikanischen Elefanten erstellen, die anzeigt, welche Allele in welchem Gebiet verbreitet sind. Mithilfe statistischer Methoden konnten die Wissenschaftler auch Gebiete abdecken, aus denen keine DNA-Proben vorlagen.
Auf 132 Kilometer
Anhand dieser Genbank kann ein Elefant – oder sein Elfenbein – weit genauer einem Gebiet zugeordnet werden als bislang möglich, sagen die Forscher. DNA ist selbst in kleinen Mengen Elfenbeins aus fast allen Bereichen der Stoßzähne in ausreichender Menge zur Probenentnahme vorhanden. Entscheidend für die Genauigkeit der Zuordnung ist die Allelhäufigkeit in einem Gebiet. Wo sich benachbarte Populationen der Tiere genetisch stark unterscheiden, können die Proben einem kleineren Gebiet zugeordnet werden.Im gesamten Verbreitungsgebiet der Elefanten konnten die Forscher die Herkunft der Hälfte der Proben mit einer Genauigkeit von 500 Kilometern bestimmen, schreiben sie. In Westafrika, wo sich die Populationen genetisch deutlich voneinander unterscheiden, erreichten sie eine Genauigkeit von 132 Kilometern. Ihr Modell könne dazu beitragen, den Handel zu regulieren, indem es aufzeigt, wo die Tiere gewildert werden.
Hauptmärkte USA, Afrika und Asien
Der kommerzielle Elfenbeinhandel ist seit 1989 international verboten. Auf der Weltartenschutzkonferenz Cites, die ab dem 2. Oktober in Bangkok stattfindet wird über mehrere Anträge afrikanischer Staaten beraten, mit Produkten von afrikanischen Elefanten handeln zu dürfen.Möglichkeiten zum illegalen Handel seien in den vergangenen 15 Jahren vor allem durch das Internet geschaffen worden. Neben den USA, wo die meisten illegalen Elfenbeinprodukte sichergestellt wurden, nennt die Naturschutzorganisation WWF vor allem afrikanische und asiatische Länder wie China, Thailand, Kamerun, die Demokratische Republik Kongo, Äthiopien und Nigeria als Hauptmärkte des Elfenbeinschmuggels.
 | Aufgrund der engen Beziehungen der Tiere zueinander kann es Jahre dauern, bis sich eine Gruppe vom Verlust ausgewachsener Tiere durch Wilderei erholt. | | Foto: PNAS |
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Für das Web ediert von Patrick Eickemeier |
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