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Freisetzungsversuch mit
Gentech-Kartoffeln genehmigt
25. Mrz 2004 10:00

Gentechnisch veränderte Kartoffelpflanzen könnten Knollen mit mehr Stärke produzieren als herkömmliche Sorten (Bild).
Foto: ddp
320 Gen-Kartoffeln: Im Treibhaus an gentechnisch veränderten Pflanzen gewonnene Erkenntnisse dürfen nun im Freiland überprüft werden.
 
Das Robert-Koch-Institut hat dem Golmer Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie (MPI-MP) die Genehmigung zur Freisetzung gentechnisch veränderter Kartoffeln der Sorte Désirée erteilt. Es handelt sich um Kartoffelpflanzen, in die ein Gen aus dem Hornklee Lotus japanicus übertragen wurde.

Begrenzender Faktor Sauerstoff

Mehr in der Netzeitung: Grüne Gentechnik
Dieses zusätzliche Gen bewirkt, dass die Pflanzen ein Eiweiß bilden, das in normalen Kartoffeln nicht vorkommt. Das so genannte Leghämoglobin ist für den Transport und die Speicherung von Sauerstoff in pflanzlichen Geweben zuständig. Ziel dieses Projektes sei es, den Zusammenhang zwischen Sauerstoffversorgung und Stoffwechselprozessen wie der Stärkeanreicherung zu erforschen.

Pflanzen verfügen nicht wie Tiere und Menschen über ein Lungen-Kreislaufsystem, in dem Sauerstoff transportiert wird. Die Gasverteilung zwischen den Pflanzenzellen erfolgt über Diffusion, die Ausbreitung des Gases in der Pflanze. Die Sauerstoffversorgung kann Energie verbrauchende Prozesse wie die Stärkesynthese begrenzen.

Unter Gewächshausbedingungen zeigte sich, dass die Knollen der gentechnisch veränderten Kartoffelpflanzen mehr Sauerstoff und Stärke enthielten. Im Freisetzungsversuch soll nun überprüft werden, ob dies auch unter Feldbedingungen festgestellt werden kann oder ob der Effekt verloren geht oder von anderen Faktoren überlagert wird. Dazu werden 320 gentechnisch verändere Kartoffelpflanzen auf einer Fläche von 153 Quadratmetern angepflanzt.

Sicherheits-Vorkehrungen

Mehr im Internet:
Da die im 16. Jahrhundert aus Lateinamerika nach Europa eingeführte Pflanzenart Kartoffel in Mitteleuropa nicht verwildert, könne die Verbreitung des künstlich eingebrachten Gens mit Samen ausgeschlossen werden.

Eine Auskreuzung, die Bildung von Nachkommen mit einer anderen Pflanzenart stelle ebenfalls kein Risiko dar, da es hier auch keine wildwachsenden Kreuzungspartner gebe, teilte das MPI-MP mit. Die Reichweite des Pollens der Pflanzen betrage weniger als zwanzig Meter. Um die Versuchsanbaufläche herum werde daher ein Sicherheitsabstand von mehr als zwanzig Metern eingehalten. Im Anschluss an die Versuche sollen die Pflanzen vernichtet werden. (nz)






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