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Stammzell-Therapie bei Infarkt infrage gestellt
22. Mrz 2004 11:49 Stammzellen sollen bei einem Herzinfarkt beschädigtes Gewebe ersetzen können. Doch eine Untersuchung an Mäusen erbrachte keine Beweise für diese Fähigkeit.
Blutbildende Stammzellen aus dem Knochenmark sollen zur Heilung des Herzmuskels nach einem Infarkt beitragen können. Doch offenbar hängt dies nicht mit einer Fähigkeit der Zellen zusammen, sich zu Muskelzellen entwickeln und abgestorbene Teile des Herzmuskelgewebes ersetzen zu können.
Zwei Vorteile
In zwei Studien konnten keine Hinweise darauf gefunden werden, dass sich die ins beschädigte Herz verpflanzten Blutvorläuferzellen zu Muskelzellen entwickelten. Wie die beiden US-amerikanischen Forscherteams in der heutigen Online-Ausgabe des Magazins «Nature» berichten, spritzten sie Mäusen mit geschädigtem Herzmuskelgewebe die so genannten hämatopoetischen Stammzellen aus dem Knochenmark in den Herzmuskel.Diese Methode hat bei der Behandlung von Menschen zwei Vorteile: Zur Gewinnung der adulten Stammzellen aus dem Knochenmark müssen keine Embryonen erzeugt und bei der Zellentnahme zerstört werden. Zudem sind bei der Transplantation keine Abstoßungsreaktionen durch das Immunsystem zu erwarten, da es sich um körpereigenes Gewebe handelt.
Neue Gefäße
Doch wie die Teams um Charles Murry von der Indiana University und Robert Robbins von der Stanford University berichten, entwickelten sich die implantierten Zellen, die mit verschiedenen Marker-Proteinen zur späteren Wiedererkennung versehen waren, nicht zu Muskel-, sondern zu Blutzellen oder starben ab.«Das deutet darauf, dass der in klinischen Studien nachgewiesene positive Effekt auf einem anderen Mechanismus wie zum Beispiel der Bildung neuer Gefäße beruht», sagt Loren Field von der Indiana University. Und dies könne vielleicht auf anderem Wege effizienter erreicht werden. So könnte man die Knochenmarkszellen gentechnisch verändern. Implantierte Zellen, die die Gefäßbildung verstärkt anregen, könnten die Behandlung des kranken Herzens verbessern, sagt Robbins. Die neuen Gefäße könnten Muskelzellen mit Sauerstoff versorgen, die ansonsten in der Folge des Infarkts abgestorben wären.
Für das Web ediert von Patrick Eickemeier |
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