Mäuse aus Riechzellen geklont
Doch die Klone, die Jaenisch und seine Kollegen in der heutigen Online-Ausgabe des Magazins «Nature» beschreiben, unterscheiden sich von ihren Vorgängern: Sie entwickelten sich nach einem genetischen Programm, das nach bisheriger Ansicht seine Fähigkeit zur Bildung sämtlicher Gewebetypen – seine Totipotenz – verloren haben müsste. «Unsere Studie zeigt erstmals, dass sich Tiere aus Zellkernen ausgereifter Neuronen entwickeln können, nachdem diese in Eizellen übertragen wurden», sagt Jaenisch.
«Es muss einen anderen Mechanismus für die Genexpression bei Säugetieren geben», sagt Kevin Eggan von der Harvard University, Leitautor des «Nature»-Artikels. In den Riechzellen, die genetisch auf die Produktion bestimmter Rezeptoren zur Geruchswahrnehmung spezialisiert sind, können offenbar sämtliche Erbinformationen abgelesen werden – auch die nicht zum Riechen benötigten.
Damit rückt nach Jaenischs Ansicht wieder die Frage in den Mittelpunkt des Interesses, wie die Eizelle das eingefügte Erbmaterial reaktiviert. Aus welchem Zelltyp der Kern stammt, scheint dagegen für die Überlebensfähigkeit der Klone weniger entscheidend zu sein.
Für das Web ediert von Patrick Eickemeier
