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Lupe Südkoreanische Forscher fordern Klonverbot

Nach einem wissenschaftlichen Durchbruch im Bereich des therapeutischen Klonens distanzieren sich die Forscher vom Einsatz der Technik zu reproduktiven Zwecken.

Am gestrigen Donnerstag berichtete das Magazin Science über den Klonerfolg eines südkoreanischen Forscherteams. Heute forderte der leitende Wissenschaftler Woo Suk Hwang auf einer Tagung ein Verbot des reproduktiven Klonens.
Erstes Klonbaby
Die Forscher um Hwang haben eine Klontechnik auf Menschen übertragen, nach deren Prinzip das Klonschaf Dolly erzeugt wurde. Auf diese Weise gelang es ihnen, eine Linie embryonaler Stammzellen zu isolieren. Der Einsatz solcher Klon-Stammzellen in der Medizin, etwa zur Behandlung degenerativer Krankheiten wie Parkinson oder MS, ist umstritten, da der Embryo zu ihrer Entnahme zerstört werden muss. Dagegen steht jedoch die Aussicht, möglicherweise Gewebe ersetzen zu können, die bei Kranken ihre Funktion verloren haben. Die Technik der Forscher wird daher auch als therapeutisches Klonen bezeichnet.

Ein anderes Ziel verfolgen reproduktive Klonversuche, deren gesetzliches Verbot Hwang jetzt auf dem Jahrestreffen der American Association for the Advancement of Science forderte: die Geburt des weltweit ersten Klonbabys. So scheiterte erst kürzlich der in den USA tätige Fortpflanzungs-Mediziner Panos Zavos bei dem Versuch, bei einer Frau durch die Implantation eines geklonten Embryos eine Schwangerschaft zu erzeugen.

Hohes Risiko
Zavos hatte seinem Versuch eine dreißigprozentige Erfolgschance gegeben. Doch die bisherigen Versuche, die zur Geburt von Klontieren geführt haben, zeigten ein anderes Bild: 277 Embryonen wurden benötigt, bis das Schaf «Dolly» geboren wurde, 87 Embryonen bis die erste Klonkatze «Cc» zur Welt kam. In Hwangs Versuchen entwickelten sich nur dreißig von 242 geklonten Embryonen bis zum so genannten Blastozysten-Stadium.

Ob sich ein solcher Embryo – in eine Gebärmutter eingepflanzt – bis zur Geburt entwickeln kann und welche Missbildungen dabei auftreten könnten, ist bislang völlig unklar. Aufgrund dieses Risikos und der hohen Sterblichkeit der Klonembryonen lehnen viele Forscher, wie etwa der Klonpionier Rudolf Jaenisch das reproduktive Klonen von Menschen ab. Woo Suk Hwang distanzierte sich in seinem Vortrag von derartigen Versuchen, berichtete der Online-Dienst der BBC.

Entscheidung vertagt
Eine Entscheidung zu einem international einheitlichen Klonverbot kam allerdings bei einer Konferenz der Vereinten Nationen im November des vergangenen Jahres nicht zustande. In einer knappen Entscheidung beschloss der Rechtsausschuss der UN-Vollversammlung, erst im Jahr 2005 über ein internationales Verbot des Klonens von Menschen zu beraten.

Die Vertagung der Entscheidung und die Schaffung zweier weiterer Jahre Rechtsfreiheit für die so genannten Cowboy-Kloner zeigt, dass die Vereinten Nationen in zwei Lager gespalten sind. Die eine Gruppe um die USA und Spanien fordert sämtliche Klonversuche zu verbieten. Die andere Gruppe um Deutschland und Frankreich möchte wissenschaftliche Klonversuche zu therapeutischen Zwecken zulassen.


Für das Web ediert von Patrick Eickemeier