Gentherapie gegen Parkinson angewendet
19.08.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Die Forscher bringen ein so genanntes Adeno-assoziiertes Virus (AAV) ins Hirngewebe, das mit dem Gen für ein Enzym beladen ist. Das Enzym ist an der Produktion eines hemmenden Botenstoffs, der Gamma-Aminobuttersäure (GABA) beteiligt. Die AA-Viren sollen für die verstärkte Produktion des Botenstoffs im Hirngewebe sorgen. Die Mediziner wollen auf diese Weise die Überaktivität eines bestimmten Hirnbereichs und damit die unkontrollierten Bewegungen bekämpfen, nach denen die Krankheit auch als Schüttellähmung bezeichnet wird.
Die beiden Forscher hatten im Oktober des vergangenen Jahres im Magazin «Science» über ihre erfolgreichen Tierversuche berichtet. Andere Wissenschaftler kritisieren jedoch, dass die Methode nicht ausreichend an Affen überprüft wurde. Bei der Anwendung am Menschen könnten sich die Viren unkontrolliert im Hirngewebe ausbreiten. Es sei auch möglich, dass die Zellen auf die Gentherapie so viel GABA produzieren, dass ihre normale Funktion eingeschränkt wird.
Gentherapien gelten als Risiko-belastet. 1999 ist in den USA ein junger Patient gestorben, dessen Leberleiden mit einer Gentherapie behoben werden sollte. Bei Versuchen in Frankreich haben immunkranke Kinder nach der erfolgreichen Genbehandlung eine Leukämie-ähnliche Krankheit entwickelt. Die Behandlung von Parkinson-Patienten wird auch kritisiert, weil es durchaus Alternativen wie die medikamentöse Behandlung oder die Implantation eines Hirnstimulators gebe. (nz)

