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Gentest für Spermien
11. Aug 2003 11:09

Die PCR liefert das Material für Genanalysen.
Foto: FZ Jülich
Bei künstlichen Befruchtungen werden bisweilen genetisch fehlerhafte Embryonen erzeugt. Ein neuer Test für Spermien könnte deren Zerstörung überflüssig machen.
 
Ein brasilianisches Forschgerteam hat ein neues Verfahren vorgestellt, mit dem Spermien mit Gendefekten bei künstlichen Befruchtungen aussortiert werden könnten. So könnte die Erzeugung und Zerstörung von Embryonen mit dem gleichen Gendefekt vermieden werden.

Hülle teilweise aufgelöst

Mehr in der Netzeitung:
Forscher um Dmitri Dozortsev von der Clinica e Centro de Pesquisa em Reproduciao Humana Roger Abdelmassih in São Paulo haben ein bekanntes Verfahren der Genanalyse direkt auf die männlichen Keimzellen übertragen. Bei der so genannten Polymerase-Kettenreaktion (PCR) werden bestimmte DNA-Abschnitte vervielfältigt und können so analysiert werden.

Wie die Forscher vergangenen Monat auf dem Jahrestreffen der European Society for Human Reproduction and Embryology in Madrid berichteten, versetzten sie einzelne Spermien in einem Gefäß mit Flüssigkeit und einem Enzym oder einer Chemikalie, die die Hülle der Keimzelle teilweise auflöste. So konnten die Enzyme der PCR zum Erbgut im Kern der Spermie gelangen. Die Forscher entnahmen anschließend die Flüssigkeit mit den vervielfältigten DNA-Abschnitten, und konnten die weitere Vervielfältigung ohne die Keimzelle fortsetzen.

Schonenderes Verfahren notwendig

Mehr in der Netzeitung: PID
Fraglich ist, inwieweit die so behandelten Spermien noch zur Befruchtung einer Eizelle fähig sind. Die Gruppe um Dozortsev hatte berichtet, dass sich nach der Injektion in eine Eizelle aus jedem dritten Ansatz ein Embryo entwickelte, der bis zu drei Tage lang überlebte. Zwei der Embryonen trugen zudem ein Y-Chromosom, das nur von der männlichen Keimzelle stammen konnte.

Würden für die Spermien schonendere PCR-Verfahren entwickelt, könnten defekte Keimzellen aussortiert und die Erzeugung von Embryonen mit einer Erbkrankheit vermieden werden, sagen die Reproduktionsforscher. Bislang werden die Gentests zumeist an einer Zelle des bereits erzeugten Embryos durchgeführt. Erweist sich bei der so genannten Prä-Implantations-Diagnostik (PID) ein Gen als fehlerhaft wird der Embryo nicht in die Gebärmutter eingepflanzt und wird normalerweise zerstört. (nz)






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