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|  Nationaler Ethikrat bewertete Polkörperdiagnostik
17. Jun 2004 12:33
 | Entnahme der Polkörper einer menschlichen Eizelle | | Foto: Markus Montag/Uni Bonn |
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Zu einer Technik, die es erlaubt, noch vor der Entstehung eines Embryos eine genetische Untersuchung durchzuführen, hat der Nationale Ethikrat jetzt Stellung genommen.
Am gestrigen Mittwoch hat der Nationale Ethikrat seine Stellungnahme zum Thema Polkörperdiagnostik (PKD) vorgelegt. Die Technik ist in Deutschland nicht verboten, das Gremium empfiehlt jedoch ihren Einsatz in der Fortpflanzungsmedizin gesetzlich zu regeln.
Rechtzeitige Untersuchung
Die PKD kann in Deutschland durchgeführt werden, weil die Untersuchungen an der Eizelle während des so genannten Vorkernstadiums erfolgen – bevor ein Embryo im Sinne des Embryonenschutzgesetzes entstanden ist. Die Präimplantations-Diagnostik (PID) wird im Gegensatz dazu an bereits für eine künstliche Befruchtung erzeugten Embryonen durchgeführt. Sie ist daher ethisch umstritten und in Deutschland verboten.Polkörper entstehen während der Reifung der Eizelle, die nur aus einer von vier Vorläuferzellen entsteht. Die übrigen werden als Polkörper abgestoßen und sind nicht an der Entwicklung des Embryos beteiligt. Der erste Polkörper entsteht kurz vor dem Eisprung und enthält einen der beiden Chromosomensätze der Mutter, der andere verbleibt in der Eizelle. Bei der Untersuchung dieses Polkörpers können bis dahin aufgetretene Fehler bei der Chromosomenverteilung entdeckt werden.
Begrenzte Aussagekraft
Das Ergebnis dieser Diagnose kann am zweiten Polkörper überprüft werden, der ausgestoßen wird, nachdem das Spermium in die Eizelle eingedrungen ist. Die Schwierigkeiten des Verfahrens sind die Entnahme der Polkörper, ohne der Eizelle Schaden zuzufügen, sowie die fachgerechte Untersuchung der Polkörper, heißt es in einer früheren Stellungnahme des Ethikrates. Zudem fehle die Möglichkeit, chromosomale Veränderungen zu diagnostizieren, die nach der Polkörperbildung auftreten, oder die vom Vater stammen.In Deutschland wird die Polkörperdiagnostik an einigen Universitätskliniken sowie mittlerweile zunehmend auch von privaten Laboratorien angeboten. Der Nationale Ethikrat hat am 19. Februar 2004 Sachverständige angehört, um sich über die weitere Entwicklung der Technik zu informieren. Das Gremium begrüße die Initiative der Polkörperdiagnostik durchführenden Einrichtungen, diese Untersuchungsmethode nur im Rahmen einer gemeinsamen wissenschaftlichen Erhebung einzusetzen. (nz)
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