PID ist «sozial verträglich»
23.11.2001
Herausgeber: netzeitung.de
Genau dies ist aber nötig, wenn das Kind später einmal einem kranken Geschwister Stammzellen oder Gewebe spenden soll. Mithilfe der PID kann geklärt werden, ob ein Embryo als Spender infrage kommt, oder nicht.
Nach der Einschätzung von Robert Boyle und Julian Savulescu ist die PID in diesen Fällen vertretbar. Das Verfahren werde «wenige soziale Konsequenzen» für die geborenen Kinder haben, schreiben die Mediziner in einem Artikel in der aktuellen Ausgabe des «British Medical Journal».
Boyle und Savulescu stellen dem gegenüber, dass der psychologische Schaden, den ein PID-Kind nehmen könnte, schwer einzuschätzen sei. Und selbst wenn eine solche Belastung entstehen würde, wiege sie wahrscheinlich nicht so schwer, dass es für das Kind besser wäre, nie geboren worden zu sein.
Die PID sei eine vertretbare Nutzung begrenzter medizinischer Ressourcen. Niemand komme zu Schaden und wahrscheinlich könne einem Menschen geholfen werden. Außerdem sei die Auswahl von Kindern bereits üblich. So werden alleine in Großbritannien jährlich 18.000 Fruchtwasser-untersuchungen durchgeführt, in der Regel um die Kinder auf chromosomale Veränderungen wie das Down-Syndrom zu untersuchen.
Die Autoren warnen davor, ohne guten Grund die persönliche Freiheit einiger Menschen durch das PID-Verbot einzuschränken, nur um der «Genophobie» gerecht zu werden, die unsere Gesellschaft zu großen Teilen erfasst habe.
Für das Web ediert von Patrick Eickemeier

