Bis zu 2000 Tote nach Beben in Indonesien befürchtet
29.03.2005
Herausgeber: netzeitung.de
In den Trümmern wird weiter nach Überlebenden und Leichen gesucht.
Laut Angaben des indonesischen Roten Kreuzes sind etwa 10.000 Menschen auf Nias obdachlos, Tausende sollen noch verschüttet sein. Über die Zahl der Verletzten lagen keine Informationen vor.
Wenige Minuten nach dem Seebeben war allerdings eine drei Meter hohe Flutwelle auf die Insel Simeuleu getroffen, wie ein indonesischer Militär mitteilte. Es sei möglich, dass auch dort Hunderte von Menschen ums Leben gekommen sind, sagte der Vize-Gouverneur von Aceh, Azwar Abubakar.
Ein Rot Kreuz-Team mit Medizinern und Rettungssanitätern flog derweil nach Nias. Auch Neuseeland kündigte die Entsendung eines Hubschraubers mit vier Ärzten an Bord an. Japan sagte ebenfalls schnelle Hilfe zu. Nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) haben Erkundungsteams zunächst weniger Schäden entdeckt als befürchtet. Die von offiziellen Stellen genannten Zahlen konnte das DRK nicht bestätigen.
Das Epizentrum befand sich rund zehn Kilometer unter dem Meeresboden 250 Kilometer südöstlich von Banda Aceh, teilten amerikanische Seismologen mit. Nur 90 Kilometer vom Epizentrum entfernt liegt die Insel Simeulu, direkt nördlich davon befindest sich Nias.
Nach Einschätzung der Vereinten Nationen reagierten die Regierungen der Länder am Indischen Ozean auf die neue Katastrophe besser als vor drei Monaten. «Mein Eindruck ist, dass das System diesmal viel besser funktioniert hat», sagte der Leiter des UN-Büros zur Koordination humanitärer Angelegenheiten, Jan Egeland.
Geologen in den USA und Japan hätten die Informationen über das Beben an die Regierungen übermittelt, die sie wiederum an die lokalen Behörden weitergegeben hätten.
Vor drei Monaten waren bei dem verheerenden Seebeben im Indischen Ozean 300-tausend Menschen ums Leben gekommen. (nz)

