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Bis zu 2000 Tote nach Beben in Indonesien befürchtet
29. Mrz 2005 07:12, ergänzt 15:42

Zerstörte Stadt auf der indonesichen Insel Nias
Foto: AP
Nach dem neuen schweren Seebeben vor Indonesien rechnen die Behörden derzeit mit etwa 2000 Toten.
 
Durch das neue Seebeben im Indischen Ozean sind allein auf der indonesischen Insel Nias vor Sumatra etwa 2000 Menschen ums Leben gekommen. Das sagte der indonesische Vizepräsident Jusuf Kalla.

In den Trümmern wird weiter nach Überlebenden und Leichen gesucht.

Mehr in der Netzeitung:
Die Behörden auf Nias, einem Surfer-Paradies, geben die Zahl der Opfer bislang mit etwa 300 an. In der größten Stadt der Insel, Gunung Sitoli, seien 80 Prozent der mehrstöckigen Gebäude zerstört worden. Vermutlich mehr als tausend Menschen seien verschüttet. Rund 70 Prozent der Häuser und Gebäude im Marktviertel seien eingestürzt, zitiert die Nachrichtenagentur AP einen Polizeisprecher. «Es ist möglich, dass hunderte Menschen in den Trümmern gestorben sind.»

Laut Angaben des indonesischen Roten Kreuzes sind etwa 10.000 Menschen auf Nias obdachlos, Tausende sollen noch verschüttet sein. Über die Zahl der Verletzten lagen keine Informationen vor.

Autoschlangen

Aus anderen Gebieten entlang des Indischen Ozeans gibt es bislang keine Berichte über vergleichbare Opfer oder Schäden.

Wenige Minuten nach dem Seebeben war allerdings eine drei Meter hohe Flutwelle auf die Insel Simeuleu getroffen, wie ein indonesischer Militär mitteilte. Es sei möglich, dass auch dort Hunderte von Menschen ums Leben gekommen sind, sagte der Vize-Gouverneur von Aceh, Azwar Abubakar.

DRK erkundet Gebiete

Schon kurz nach der Beben-Meldung bildeten sich in der indonesischen Provinz Aceh, die von der Flutwelle im Dezember am härtesten getroffen worden war, lange Autoschlangen. In Sri Lanka kamen zwei Menschen in der Panik zu Tode: Ein Kind starb bei einem Autounfall, eine Frau erlitt auf der Flucht einen Herzinfarkt.

Ein Rot Kreuz-Team mit Medizinern und Rettungssanitätern flog derweil nach Nias. Auch Neuseeland kündigte die Entsendung eines Hubschraubers mit vier Ärzten an Bord an. Japan sagte ebenfalls schnelle Hilfe zu. Nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) haben Erkundungsteams zunächst weniger Schäden entdeckt als befürchtet. Die von offiziellen Stellen genannten Zahlen konnte das DRK nicht bestätigen.

Tsunami-Warnungen

Einige Stunden nach dem Beben hoben die behörden in Indonesien, Thailand, Sri Lanka und Indien die zunächst ausgegebenen Tsunami-Warnungen wieder auf.

Das Epizentrum befand sich rund zehn Kilometer unter dem Meeresboden 250 Kilometer südöstlich von Banda Aceh, teilten amerikanische Seismologen mit. Nur 90 Kilometer vom Epizentrum entfernt liegt die Insel Simeulu, direkt nördlich davon befindest sich Nias.

Uno: Warn-System hat funktioniert

Ein Sprecher des geologischen Institutes in Golden, Dale Grant, sagte laut AP, es habe sich um Nachbeben nach dem Dezember-Erdstoß gehandelt, der eine Stärke von 9.0 hatte. Erschütterungen waren bis Malaysia und Thailand zu spüren.

Nach Einschätzung der Vereinten Nationen reagierten die Regierungen der Länder am Indischen Ozean auf die neue Katastrophe besser als vor drei Monaten. «Mein Eindruck ist, dass das System diesmal viel besser funktioniert hat», sagte der Leiter des UN-Büros zur Koordination humanitärer Angelegenheiten, Jan Egeland.
Geologen in den USA und Japan hätten die Informationen über das Beben an die Regierungen übermittelt, die sie wiederum an die lokalen Behörden weitergegeben hätten.

Vor drei Monaten waren bei dem verheerenden Seebeben im Indischen Ozean 300-tausend Menschen ums Leben gekommen. (nz)






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