Tsunami ein Begriff aus dem Japanischen
03.01.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Tsunami unterscheidet sich damit von «Kaishou», einem aus dem Chinesischen stammenden Begriff für Springflut. Während Kaishou auch die relativ gefahrlose Rückströmung bezeichnet, die bei einer Hochflut in Flussmündungen entsteht, war der Begriff Tsunami von jeher für Fluten reserviert, die aus einem Seebeben resultieren. Die «NZZ» zitiert die Definition aus einem japanischen Lexikon: «Eine durch ein Erbeben auf dem Meeresgrund oder einen unterseeischen Vulkanausbruch verursachte große Welle, die das Land überspült.
Das ausgerechnet das Japanische einen Begriff für diese Naturkatastrophe entwickelt hat, kommt nicht von Ungefähr. Japaner haben sich seither an Erdbeben jeglicher Stärke gewöhnt. Kleinere Erdstöße gehören zum Alltag, und noch vor zwei Wochen forderte ein Erdbeben in der Region vom Niigata gleich mehrere Todesopfer. Dass sich das Wort im internationalen Sprachgebrauch eingebürgert hat, ist auf japanische Einwanderer zurückzuführen, die sich um 1900 in Kalifornien niederließen. Hier fand Tsunami Aufnahme in den englischen Wortschatz. Vermutlich haben in den letzten Tagen weltweit so viele Menschen seine Bedeutung gelernt wie nie zuvor. (nz)

