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Seebeben verschob die Erdachse
30. Dez 2004 10:30

Blick auf Indien und Australien, aufgenommen von der Sonde Galileo
Foto: Nasa JPL
Das Seebeben im Indischen Ozean hat die Erdachse verschoben. Durch die Kräfte des Bebens hat sich auch die Rotation der Erde beschleunigt.
 
Thema: Seebeben in Südasien
Das schwere Seebeben im Indischen Ozean hat die Erdachse um bis zu acht Zentimeter verschoben. Das zeigen Daten des Vermessungsnetzes des Internationalen GPS Service (IGS).

Außergewöhnliche Auswirkungen

Wie das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) am gestrigen Dienstag mitteilte, ist das wahrscheinlich die größte Verschiebung der Erdachse gegenüber ihrer Sollposition, die einem einzelnen Ereignis zugeschrieben werden kann. Vorläufige Resultate zeigten zudem, dass sich eine GPS-Messstation in Singapur um rund zwei Zentimeter verschoben hat.

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«Die Resultate basieren auf Phasenmessungen», sagte Urs Hugentobler, der Leiter der GPS-Gruppe des AIUB, der Netzeitung. Die Werte seien daher bis auf wenige Millimeter genau. Die Erdachse ist jedoch nicht fest mit der Erde verbunden. Infolge von Massenumlagerungen im Erdinneren, in den Ozeanen und in der Atmosphäre verändert sich ihre Lage stetig. Als Folge verschieben sich Nord- und Südpol um bis zu zehn Zentimeter pro Tag innerhalb eines Umkreises mit einem Durchmesser von etwa 15 Metern. Die Verschiebung durch das Beben beträgt demnach maximal acht, mindestens jedoch zwei Zentimeter, sagt Hugentobler.

Diese Auswirkung des schweren Seebebens im Indischen Ozean sei außergewöhnlich, heißt es in der Mitteilung. Negative Konsequenzen des Ereignisses auf die Erdrotation könnten aber ausgeschlossen werden. Die Erhöhung der Rotationsgeschwindigkeit durch die Kräfte des Bebens sind geringfügig. Wahrscheinlich hat es den Tag des Bebens nur um wenige Mikrosekunden (Millionstel Sekunden) verkürzt.

Die Abbildung zeigt die vorhergesagte (untere Linie) und die gemessene Verschiebung der Rotationsachse der Erde am Nordpol im Laufe der letzten 14 Tage. Ab dem 26. Dezember weichen die Vorhersage und die Messung um rund acht Zentimeter voneinander ab.
Bild: AIUB, Universität Bern






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