13.12.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Präsentation des "Vertrags von Lissabon" vor dem Hieronymus-Kloster
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
In Portugal haben Staats- und Regierungschefs sowie Außenminister der EU-Mitgliedsländer den «Vertrag von Lissabon» unterzeichnet. Der soll die abgelehnte Verfassung ersetzen - und Europa neuen Schub bringen.
In Lissabon ist am Donnerstag der neue EU-Vertrag unterzeichnet worden. Im Hieronymus-Kloster in der portugiesischen Hauptstadt setzten zuerst Belgiens Regierungschef Guy Verhofstadt und dessen Außenminister Karel De Gucht ihre Unterschriften unter die Dokumente. Als Bundeskanzlerin Angele Merkel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier das Podium betraten, gab es Applaus.
Insgesamt finden sich die Unterschriften der Staats- und Regierungschefs von 27 Mitgliedsländern und ihrer jeweiligen Außenminister auf dem Dokument.
Portugals Premierminister José Sócrates zeigte sich überzeugt, dass der neue Grundlagen-Vertrag der europäischen Idee neue Kraft verleihen werde: «Wir werden dieses europäische Projekt heute einen Schritt vorantragen«, sagte der amtierende EU-Ratspräsident. «Der Reformvertrag ermöglicht es uns, den Stillstand der vergangenen Jahre zu überwinden», fügte er mit Blick auf die seit Ende 2001 währende Debatte über die EU-Institutionen an.
Der EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hob die Erweiterung der Gemeinschaft nach Ost- und Mitteleuropa als historische Leistung hervor. «Zum ersten Mal sind die Länder, die einst durch den Eisernen Vorhang getrennt waren, vereint durch einen gemeinsamen Vertrag», sagte Barroso.
Dank an MerkelSócrates dankte ausdrücklich Bundeskanzlerin Angela Merkel für ihren Beitrag beim Zustandekommen des »Lissabonner Vertrages«. Sein Landsmann Barroso schloss sich dem Lob an und erinnerte an die Berliner Erklärung vom März 2007. Merkel hatte bei einem Sondergipfel in Berlin zum 50.Geburtstag der Union die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsländer auf eine rasche Verabschiedung des Vertrages eingeschworen.
Bevor der Vertrag in Kraft tritt, müssen ihn alle 27 EU-Staaten ratifizieren. Dieser Prozess soll bis 2009 und damit vor der nächsten Europa-Wahl abgeschlossen sein. Die allermeisten EU-Staaten wollen das Werk nun nicht mit Referenden, sondern durch die Parlamente ratifizieren. Bislang hat sich nur Irland auf ein Referendum festgelegt - die Verfassung schreibt das vor. Die Verfassung war am Volksabstimmungs-Nein in Frankreich und den Niederlanden gescheitert. (dpa/AP)