Brüsseler Genmaisfreunde von Österreich irritiert
Hintergrund ist die Forderung der EU-Kommission, ein in Österreich geltendes Verbot bestimmter Genmais-Sorten aufzuheben. Seit Juni 1999 machte Österreich von seinem Recht Gebrauch, aus Gründen des Gesundheitsschutzes Import, Verarbeitung und Anbau der Sorten MON810 und T25 der Unternehmen Monsanto und Bayer zu untersagen.
Die EU-Kommission versucht deshalb bereits zum dritten Mal, das österreichische Verbot zu kippen. Bislang hatte sich stets eine Mehrheit der EU-Regierungen dagegen ausgesprochen. Dieses Mal probiert es die Kommission jedoch mit einer neuen Strategie: Österreich soll den Anbau der beiden Maissorten auch weiterhin verbieten dürfen. Aufheben müsse das Land nur noch das Verbot der Einfuhr und Vermarktung als Futter- und Lebensmittel.
Beim Umweltministerrat in Luxemburg fand sich keine qualifizierte Mehrheit gegen das Vorhaben der Kommission. Hochrangige Kommissionsbeamte sagten allerdings, angesichts der starken Widerstände unter den EU-Umweltministern sei nicht sicher, ob die Brüsseler Behörde das österreichische Einfuhrverbot tatsächlich kippen werde.
Fällt das österreichische Verbot, so könnte dies Konsequenzen auch für Deutschland haben: In der Bundesrepublik ist die Einfuhr einer anderen Genmais-Sorte, Bt176, verboten. Auch eine Reihe weiterer Staaten, darunter Frankreich, Griechenland, Italien, Ungarn und Luxemburg, haben Importverbote für einzelne Gen-Pflanzen verhängt, die von der EU-Kommission zugelassen wurden.
Umweltkommissar Stavros Dimas wird nun seine Juristen zum weiteren Vorgehen befragen, wie aus den Delegationen verlautete. «Die Kommission kann die starke Unterstützung für Österreich nicht einfach übergehen», sagte ein Diplomat. Neben Deutschland unterstützten auch Frankreich und Italien die Österreicher. Selbst wenn die Kommission zu dem Schluss käme, sie könne das Verbot teilweise aufheben, sieht Pröll dennoch einen grundsätzlichen Erfolg. «Der Landbau in Österreich wird weiter gentechnikfrei bleiben», sagte er. (nz/AP/dpa)

