24.07.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Zurück aus Libyen: Krankenschwestern und Arzt in Sofia
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Nach der Freilassung von fünf bulgarischen Krankenschwestern und einem Arzt will die EU Libyen weiter entgegenkommen. Er wolle die Beziehungen weiter normalisieren, sagte Kommissionschef Barroso.
Die Europäische Union hat Libyen für die Freilassung von fünf bulgarischen Krankenschwestern und einem palästinensischen Arzt eine enge wirtschaftliche und technische Zusammenarbeit versprochen. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sagte am Dienstag in Brüssel, die EU habe die Freilassung nicht durch eine Aufstockung von Zahlungen an Libyen erwirkt: «Wir haben unsere finanziellen Leistungen nicht erhöht.» Zugleich dankte er dem Emir von Katar, Scheich Hamad bin Chalifa al-Thani. Dieser habe nicht nur vermittelt. «Der Emir von Katar hat auch einen zusätzlichen humanitären Beitrag aufgebracht», sagte Barroso. Über die Höhe der Zahlung Katars machte Barroso keine Angaben.
Auch über die anderen Details der Einigung gab es zunächst in Brüssel wenig Informationen. Barroso sagte aber, EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner werde unmittelbar nach ihrer Rückkehr aus Sofia die Öffentlichkeit unterrichten. Dorthin hatte sie die Freigelassenen gemeinsam mit der Frau des französischen Staatspräsidenten, Cécilia Sarkozy, begleitet. Barroso teilte mit, er habe dem libyschen Revolutionsführer Muammar el Gaddafi am Montag bei einem langen Telefongespräch versichert, dass die EU nach der Freilassung bereit sei, «die Beziehungen zu Libyen weiter zu normalisieren». «Ich habe ihm gesagt: Wenn dieser Fall gelöst ist, dann arbeiten wir an einer Normalisierung der Beziehungen. Wir denken, das liegt im Interesse beider Seiten.»
Dem Vernehmen nach geht es unter anderem um eine Öffnung des EU-Marktes für Agrar- und Fischprodukte aus Libyen, technische Hilfe bei der Restaurierung archäologisch bedeutsamer Bauten und EU-Stipendien für libysche Studenten. Außerdem soll in einem Partnerschaftsabkommen auch ein enger politischer Dialog zwischen beiden Seiten vereinbart werden. Die Familien der mehr als 400 an Aids erkrankten Kinder, für deren Infizierung die Krankenschwestern und der Arzt verantwortlich gemacht wurden, haben Medienberichten zufolge Entschädigungen von einer Million Dollar (728 000 Euro) für jedes Kind erhalten.
Der EU-Kommissionspräsident bezeichnete die Freilassungen als «das glückliche Ende eines langen Prozesses, in dem die Europäische Union nie die Hoffnung aufgegeben hatte, eine Lösung zu finden». Neben Ferrero-Waldner dankte er besonders dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und dessen Ehefrau. «Ich bin überzeugt, dass dieses gemeinsame Vorgehen der EU und Frankreichs entscheidend für den Erfolg war.» «Ich kann ihr nur danken», sagte er über Frau Sarkozy. «Es stimmt, dass wir uns seit langem bemüht haben. Aber es stimmt auch, dass das persönliche Engagement des Präsidenten und seiner Frau entscheidend dafür waren, dass es jetzt zu einer Lösung gekommen ist.» (dpa)