Netzeitung Logo
 
Aktuelles  »  Politik  »  Ausland
DruckenVersenden
 

EU-Kommission über Organspende-TV schockiert

30. Mai 2007 14:18
Haben nur wenige Deutsche: einen Organspendeausweis
Bild vergrößern
Die EU lehnt die geplante Organspenden-Show in den Niederlanden ab. Das Thema sei zu sensibel für das Fernsehen, argumentiert EU-Kommissar Kyprianou.

EU-Kommissar Markos Kyprianou hat die geplante niederländische Reality-TV-Show zum Thema Organspende scharf kritisiert. Er sei «schockiert über diese Idee» und werde sich die Sendung nicht anschauen, sagte der EU-Gesundheitskommissar am Mittwoch in Brüssel.

In der für Freitag geplanten Sendung soll eine todkranke potenzielle Spenderin aus drei Bewerbern den Gewinner ihrer Niere auswählen. Die Zuschauer können der Todkranken dabei per SMS empfehlen können, welcher Kandidat das Organ erhalten soll

Mehr in der Netzeitung:
Der niederländische Sender BNN argumentiert, die Reality-Show solle ein Schlaglicht auf die prekäre Organspende-Situation in den Niederlanden werfen. Kyprianou sieht das jedoch gänzlich anders: «Es handelt sich um ein sensibles Thema, Aufmerksamkeit dafür sollte man auf andere Weise wecken.» Der zyprische EU-Kommissar kündigte am Mittwoch einen Aktionsplan an, um mehr Menschen zu einer Organspende zu bewegen.

Zudem könnten in Krankenhäusern Transplantationskoordinatoren eingesetzt werden, um die Vermittlung von Organen zu verbessern. Laut einer von der EU-Kommission veröffentlichten Umfrage sind zwar 56 Prozent der Europäer bereit, nach ihrem Tod ihre Organe für die Heilung Schwerstkranker zur Verfügung zu stellen. Nur zwölf Prozent besitzen aber tatsächlich einen Organspenderausweis.

Markos Kyprianou
Bild vergrößern
Auch er selbst habe keinen, räumte Gesundheitskommissar Kyprianou ein: «Dabei wäre ich bereit zu spenden. Das illustriert das Problem.» Nach Kommissionsangaben sterben in Europa täglich zehn Menschen, die auf ein Spenderorgan warten. Aktuell stünden rund 40.000 Europäer auf der Warteliste. Um die Sicherheit von Organtransplantationen zu gewährleisten, will die EU-Kommission im kommenden Jahr die Einführung EU-weiter Mindeststandards für die Qualität von Spenderorganen vorschlagen. Nach ihren Vorstellungen soll auch ein System zur Rückverfolgbarkeit von Organspenden eingerichtet werden, um illegalen Handel mit Organen einzudämmen. (AP)
 
DruckenVersenden
  • Bookmark:
  • Mister Wong Webnews Yigg Linkarena Google My Space Del.icio.us Oneview Facebook Twitter
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
 
Ungewöhnliche Wortwahl des Ministerpräsidenten: 
Netanjahu sagt erstmals «Zwei-Staaten-Lösung»
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
Anzeigen:
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Robert Rischke | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2009 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.