netzeitung.deTürkei wenig begeistert über Wahl Sarkozys

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Der türkische Premier Erdogan reagiert skeptisch auf Wahl in Frankreich (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Der türkische Premier Erdogan reagiert skeptisch auf Wahl in Frankreich
Foto: AP
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Die Wahl des Hardliners Sarkozy zum französischen Präsidenten wird in der Türkei als Rückschlag aufgefasst. Der Konservative ist strikt gegen eine EU-Beitritt des Landes.

Die Türkei hat zurückhaltend auf die Wahl von Nicolas Sarkozy zum neuen französischen Staatspräsidenten reagiert. Er hoffe, dass Sarkozy seine Wahlkampfäußerungen «nicht in gleicher Form» wiederholen werde, sagte Regierungschef Recep Tayyip Erdogan am Montag mit Blick auf die bilateralen Beziehungen und die türkischen EU-Ambitionen.

«Wir müssen die Entscheidung des französischen Volkes respektieren», sagte Erdogan auf Fragen von Journalisten in Ankara. Ein Glückwunschschreiben sei auf dem Weg. Sarkozy hatte der Türkei im Wahlkampf abgesprochen, zu Europa zu gehören, und sich für eine privilegierte Partnerschaft anstelle einer EU-Mitgliedschaft der Türkei ausgesprochen.

Die türkische Presse wertete seine Wahl als neuen Rückschlag für die Beitrittsbemühungen. «Sarkozy - ein neues Hindernis auf dem Weg in die EU», schrieb die liberale Zeitung «Milliyet». Die ohnehin kühlen Beziehungen zwischen Frankreich und der Türkei könnten sich jetzt noch weiter verschlechtern.

Will Sarkozy den «kalten Krieg»?
Mit Sarkozy als neuem französischen Präsidenten seien «die Türkei-Gegner in Europa stärker geworden», meinte die islamisch-gemäßigte Zeitung «Zaman». «Kann es Sarkozy riskieren, das gespannte Verhältnis zur Türkei in eine Art kalten Krieg zu verwandeln?», fragte das Blatt «Milliyet» in seiner Analyse der französischen Wahl.

Dies wäre nach Ansicht der Zeitung der Fall, wenn Sarkozy die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei stoppen und die Leugnung eines Genozids an den Armeniern im Osmanischen Reich in Frankreich unter Strafe gestellt würde. Die französische Nationalversammlung hatte ein solches Gesetz im vergangenen Oktober verabschiedet und damit heftige Proteste in der Türkei ausgelöst. (dpa)