Sarkozy sucht Unterstützung für EU-Pläne
07.05.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Er fühle sich als Franzose, sei aber auch sein ganzes Leben lang Europäer gewesen, beteuerte er nach dem Sieg in der Stichwahl für das Präsidentenamt am Sonntag. Sein Berater François Fillon, der als möglicher neuer Premierminister gehandelt wird, kündigte Vorschläge zur Zukunft der EU an, die Sarkozy in Berlin und Brüssel unterbreiten wolle.
Im Wahlkampf hatte Sarkozy angekündigt, ein vereinfachtes Verfassungswerk ausarbeiten zu lassen, in dem die zentralen Punkte der gescheiterten EU-Verfassung enthalten sein müssten.
Um die Blockade der EU-Institutionen durch die Mitgliedsstaaten auszuhebeln, plant der Konservative bei Entscheidungen innerhalb der Europäischen Union die Einstimmigkeit abzuschaffen. Bestimmten Mitgliedsstaaten will er eine beschleunigte Integration ermöglichen. Außerdem soll ein EU-Präsident mit einer Amtszeit von zwei Jahren und sechs Monaten eingesetzt werden.
Wie Sarkozy für diese Ziele allerdings rasch die Unterstützung der 27 EU-Staaten gewinnen will, ist noch offen. Auf Widerstand dürfte beispielsweise sein Ansinnen stoßen, die Arbeiter in der EU geringer zu besteuern, die Abgaben auf Verschmutzung und Verbrauch heraufzusetzen und für größeren Schutz vor den Folgen der Globalisierung zu sorgen. (nz)

