netzeitung.deKarikaturen-Streit beschäftigt EU-Kommission

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Der Streit um Karikaturen des Propheten Mohammed in einer dänischen Zeitung verschärft sich. Die EU-Kommission sieht die Zeichnungen durch die Meinungsfreiheit gedeckt, arabische Länder reagierten empört.

Die EU-Kommission hat besorgt auf den Konflikt um islam-kritische Karikaturen in einer dänischen Zeitung reagiert. Ein Sprecher nannte es «sehr ernst», wenn wegen der Zeichnungen zum Boykott dänischer Waren aufgerufen werde. «Der Boykott Dänemarks wäre ein Boykott der EU», warnte er. EU-Handelskommissar Peter Mandelson habe darüber bereits mit Regierungsvertretern in Saudi-Arabien gesprochen und wolle dies am kommenden Wochenende auch in Oman tun.

Der dänische Lebensmittelkonzern Arla hat am Montag bereits eine Großmolkerei in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad wegen eines um sich greifenden Käuferboykotts in arabischen Ländern geschlossen.

Die Proteste richten sich gegen die Veröffentlichung von Zeichnungen mit dem Propheten Mohammed in der größten und betont islamkritischen dänischen Zeitung «Jyllands- Posten» Ende September. Der dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen informierte am Montag telefonisch den österreichischen Kanzler und derzeitigen EU-Ratspräsidenten Wolfgang Schüssel sowie Kommissionspräsident José Manuel Barroso über den sich ausweitenden Konflikt. Dabei haben Saudi-Arabien, Kuwait und Libyen ihre Botschafter aus Kopenhagen abgezogen.

Laut Angaben der EU-Kommission haben zwar mehrere Kommissare bereits erklärt, dass ihnen die Zeichnungen missfielen. Die Karikaturen unterlägen aber der Meinungsfreiheit, betonte der Sprecher der Brüsseler Behörde. Dies werde die Kommission gegen alle Kritik verteidigen.

EU-Büro besetzt
Infolge des Karikaturenstreits drangen im Gazastreifen bewaffnete Palästinenser nach Angaben von Augenzeugen in ein Büro der EU ein. Eine Kommissionssprecherin in Brüssel sagte hingegen am Mittag, es sei nur zu einer Kundgebung vor dem Gebäude gekommen.

Das Außenministerium in Kopenhagen riet Dänen von Reisen nach Saudi-Arabien ab und forderte zu «erhöhter Vorsicht» bei Aufenthalten in Ländern wie Ägypten, Algerien und Pakistan auf. (nz)