netzeitung.deEuropa schockiert über Israel-Hetze Irans

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EU-Kommissionspräsident JoséManuel Barroso (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe EU-Kommissionspräsident JoséManuel Barroso
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die neuen Aussagen von Irans Präsident Ahmadinedschad zum Holocaust sind bei Europapolitikern mit Empörung aufgenommen worden. EU-Kommissionspräsident Barroso äußerte Zweifel an der Uno-Mitgliedschaft des Landes. Thema: Irans Israel-Hetze Beck für Ausschluss Irans von Fußball-WM Israel hofft auf Ende der «Illusionen» über Iran Steinmeier sieht Beziehungen mit Iran «belastet» Irans Präsident nennt Holocaust einen «Mythos»

Die Leugnung des Holocausts durch den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad ist in Europa auf massive Kritik gestoßen. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sagte am Mittwoch, der Iran habe nicht den Präsidenten, den das Land verdiene. «Es ist wirklich schockierend, dass das Oberhaupt eines Staates, der einen Sitz bei den Vereinten Nationen hat, so etwas sagen kann», sagte Barroso am Rande einer Sitzung des EU-Parlaments.

Die Vorsitzende der FDP-Fraktion im Europaparlament, Silvana Koch-Mehrin, nannte die Äußerungen «absolut indiskutabel». Der Netzeitung sagte sie: «Ich erwarte, dass die EU-Mitglieder auf ihrem nahenden Gipfel eine Erklärung zur Missbilligung verabschieden werden und sich damit der weltweiten Empörung anschließen.»

Österreich: Israel-Hetze inakzeptabel
Barroso brachte die jüngsten Äußerungen Ahmadinedschads, der den Holocaust als Mythos bezeichnet und eine Verlegung Israels nach Europa, in die USA oder nach Kanada gefordert hatte, auch mit dem umstrittenen iranischen Atomprogramm in Verbindung. Ahmadinedschads Worte «lenken unsere Aufmerksamkeit darauf, wie gefährlich es wäre, wenn dieses Regime eine Atombombe hätte», sagte der
Kommissionspräsident.

Auch der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer kritisierte Ahmadinedschad. In einer Festansprache zum 50. Jahrestag der Aufnahme Österreichs in die Uno erklärte Fischer laut einem Bericht der Nachrichtenagentur APA, es sei «inakzeptabel, einem Mitgliedstaat der Vereinten Nationen - im konkreten Fall Israel - das Existenzrecht abzusprechen». Den Gedanken, ein Mitgliedsland der Vereinten Nationen auf das Territorium anderer Staaten zu transferieren, weise Österreich «mit aller Entschiedenheit» zurück.

Schärfere Reaktion gefordert
Bereits in der vergangenen Woche hatte Ahmadinedschad gefordert, Deutschland oder Österreich sollten Israel Teile ihres Territoriums überlassen.

Die französische Regierung verurteilte Ahmadinedschads Ansprache vor mehreren tausend Iranern ebenfalls als inakzeptabel. «Wir verurteilen diese neue Erklärung des iranischen Präsidenten mit großer Entschiedenheit», sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Paris.

Der Direktor der Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem in Jerusalem forderte eine schärfere Reaktion der internationalen Politik. «Wir verurteilen diese Äußerungen nicht nur, wir glauben, dass die internationale Gemeinschaft und die Vereinten Nationen ernsthafter darauf eingehen müssen», erklärte Avner Schalev. «Jede Aussage zum Genozid muss ernst genommen werden, weil der Holocaust geschehen ist, und die Welt weiß es.» (nz)