Del Ponte wirft der Regierung in Zagreb vor, den Aufenthaltsort des Generals zu kennen und die Fahndung zu behindern. Der kroatische Ministerpräsident Ivo Sanader beteuerte in Brüssel erneut, dass sein Land mit dem Tribunal umfassend zusammenarbeite. «Nach all unseren Informationen ist er [Gotovina] nicht in Kroatien», sagte Sanader. Kroatien habe alle Bedingungen erfüllt. Er äußerte sich optimistisch, dass die EU die Gespräche wie geplant am Donnerstag aufnehmen werde. Die amtierende Luxemburger Ratspräsidentschaft erklärte hingegen, sie wolle eine Verschiebung empfehlen, wenn Gotovina nicht bis Mittwoch festgenommen ist. Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten im Dezember die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen am 17. März beschlossen, dies aber an die Bedingung geknüpft, dass Kroatien uneingeschränkt mit dem Tribunal zusammenarbeitet und Gotovina ausliefert.
Gotovina soll laut Anklage für den Tod von 150 Serben und die Vertreibung von 150.000 Menschen während der kroatischen Offensive in der Krajina im Jahr 1995 verantwortlich sein. (nz)