 Experten streiten über Euro-Preisschub
23. Jan 2002 08:48, ergänzt 11:34
Die Euro-Einführung hat zu einem Anstieg der Preise geführt, da sind sich die Experten einig. Nur über die Höhe wird noch gestritten.
In der Diskussion um Preiserhöhungen im Rahmen der Einführung des Euro-Bargelds haben sich am Mittwoch mehrere Experten zu Wort gemeldet: Bert Rürup, Mitglied im Sachverständigenrat der Bundesregierung, sagte gegenüber der «Bild»-Zeitung am Mittwoch: «Wir dürften (im Januar) im Jahresvergleich über die Drei-Prozent-Marke rutschen. Daran sind zu etwa einem Drittel Euro-bedingte Preiserhöhungen schuld, der Rest sind Steuereffekte und die hohen Obst- und Gemüsepreise.» Dies hält dagegen der Chefvolkswirt der HypoVereinsbank, Martin Hüfner, für «ganz ausgeschlossen». Der Experte erwartet eine Zunahme von «etwas über 2,0 Prozent». Der Euro mache nur einen Anteil von zehn bis 15 Prozent an der Teuerung aus, sagte Hüfner im ZDF-«Morgenmagazin». 40 Prozent entfielen auf Steuererhöhungen bei Benzin, Tabak und Versicherungen sowie der Rest auf saisonale Preisanstiege.
Kein anhaltender Preisanstieg
Norbert Walter, Chefvolkswirt bei der Deutschen Bank, sagte dem Wirtschaftsmagazin «Focus-Money», durch die Euro-Einführung drohe kein anhaltender Preisanstieg. Es werde lediglich einen «einmaligen Euro-Effekt» geben. Vor allem bei kleinen Einzelhändlern, Dienstleistern und in der Gastronomie «wurde bei der Euro-Umstellung eher aufgerundet», betonte Walter in dem am Mittwoch vorab veröffentlichten Interview.
Preiserhöhungen werden wieder zurückgenommen
Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Ulrich Ramm, sagte gegenüber der «Bild», Handel und Dienstleister würden durch das Verbraucherverhalten dazu gezwungen, vorgenommene Preiserhöhungen wieder zurückzunehmen. «Die Verbraucher werden sich das nicht bieten lassen, daher werden viele Preise auch wieder sinken», sagte Ramm. (nz)
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