25.12.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Papst Benedikt XVI.
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In seiner Weihnachtspredigt warb das Kirchenoberhaupt für mehr Aufmerksamkeit für Arme. Besonders deutlich wurde Benedikt XVI. aber bei einem anderen Thema.
Papst Benedikt XVI. hat in seiner Weihnachtsmesse auf die große Not von Millionen Armen und Heimatlosen hingewiesen und den Zustand einer durch Umweltsünden «geschundenen Erde» beklagt. Das Kirchenoberhaupt rief zur Solidarität auf. Die Menschen seien alle viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, je wohlhabender sie seien, sagte Benedikt XVI. in der Nacht zum Dienstag im Petersdom zu Rom. In seiner Predigt rief er dazu auf, Raum zu schaffen «für den Nächsten, für den Armen, für Gott». Je reicher die Menschen würden, desto mehr füllten sie alles mit sich selber aus, sagte er. «Irgendwie wartet die Menschheit auf Gott, auf seine Nähe. Aber wenn es soweit ist, hat sie keinen Platz für ihn.»
Mehrere tausend Gläubige waren zu der traditionellen Mitternachtsmesse in den Petersdom in Rom geströmt. Auf dem Petersplatz vor der Basilika verfolgten zahlreiche Menschen die Mitternachtsmesse bei mildem Winterwetter auf vier Videoleinwänden. Am Nachmittag war dort die riesige Weihnachtskrippe eingeweiht worden, die bis zum 2. Februar zu sehen sein wird. «Das war eine sehr schöne Atmosphäre und auch für Nichtkatholiken ein Erlebnis», zeigte sich eine Hamburgerin nach der Messe beeindruckt.
Besonders eindringlich beklagte der Papst in seiner auf italienisch gehaltenen Predigt den «Zustand, in dem sich die Erde durch den Missbrauch der Energien und durch deren schonungslose Ausbeutung für unsere Interessen heute befindet». Der Mensch lebe auf einem verschmutzten und in seiner Zukunft bedrohten Planeten. Der Papst stellte «die Macht, die vom Kreuz ausgeht» dagegen. Der Stall von Bethlehem werde zum Palast, Jesus baue von diesem Anfang her die große, neue Gemeinschaft auf.
Es ist das dritte Weihnachtsfest des deutschen Kirchenführers seit seiner Wahl im April 2005. Die Mitternachtsmesse wurde von Fernsehsendern in insgesamt 60 Länder übertragen, in zwei Drittel davon Live. Am Weihnachtstag verliest der Papst auf dem Petersplatz die Weihnachtsbotschaft und spendet den Segen «Urbi et Orbi» (der Stadt und dem Erdkreis). Internationale Sender tragen auch den Segen des Papstes bis nach Lateinamerika und Australien. (nz/dpa/AP)