Papst reist trotz Bedenken in die Türkei
Die Maschine mit 113 Menschen an Bord war von einem türkischen Wehrdienstverweigerer entführt worden, der ursprünglich mit dem Flugzeug von Albanien in die Türkei abgeschoben werden sollte. Zunächst war spekuliert worden, der 30-Jährige habe gegen den Papst-Besuch protestieren wollen. Grund war die Ankündigung des Mannes, dass er eine Botschaft an Benedikt XVI. überbringen wolle und sein Versuch, die Route nach Rom umzulegen. Später hatte sich herausgestellt, dass er den Papst um Unterstützung bei seiner Kriegsdienstverweigerung bitten wollte.
In der Türkei gibt es kein Recht auf Wehrdienstverweigerung. Nach Angaben des «Vereins der Kriegsgegner» gibt es 60 Verweigerer aus Gewissensgründen. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg rügt die türkische Praxis, Kriegsdienstverweigerer wegen Befehlsverweigerung oder Fahnenflucht zu verurteilen. (nz)

