18.09.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Verbrennen einer Papst-Puppe in Pakistan
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die USA haben angesichts der Drohungen gegen Benedikt XVI. zu Gewaltverzicht aufgerufen. Denn die Religionsausübung sei ein fundamentales Menschenrecht.
Während in einigen muslimischen Ländern die Drohungen gegen den Papst und Christen immer drastischer werden, hat die US-Regierung zur Beruhigung der Lage aufgerufen. Der Respekt für eine Religion und religiöse Toleranz ließen keinen Raum für Drohungen oder Gewalt gegen religiöse Einrichtungen wie Kirchen, Moscheen, Synagogen und Tempel, sagte Außenamtssprecher Tom Casey am Montag in Washington.
Die freie Religionsausübung sei ein fundamentales Menschenrecht, ergänzte Casey. Deshalb sollten sich alle Religionsgruppen gegenseitig mit Respekt behandeln.
Am Montag hatte eine mit Al Qaeda in Verbindung gebrachte Gruppe islamischer Extremisten zum Heiligen Krieg gegen den Papst und den Westen aufgerufen. Sie würden das Kreuz «zerbrechen». Der Krieg werde dauern, bis der Islam die Weltherrschaft erlangt habe. «Du und der Westen sind zum Untergang verdammt, wie ihr schon bei den Niederlagen im Irak, in Afghanistan, Tschetschenien und anderswo sehen konntet», heißt es in dem Internet-Text des Schura-Rates der Mudschahedin. Die Echtheit der Erklärung konnte nicht bestätigt werden.
Mauern Roms attackierenDie irakische Terrorgruppe Ansar al Sunna drohte mit Angriffen einer «islamischen Armee» auf Rom. «Die Mauern Roms werden bald von der Armee der Rechtgläubigen attackiert», hieß es in einer im Internet verbreiteten Erklärung.
Im indischen Kaschmir schlossen Schulen und Geschäfte auf einen Aufruf eines muslimischen Führers hin. Im irakischen Basra verbrannten Protestierende eine Puppe, die den Papst darstellen sollte. In Indonesien demonstrierten Menschen vor der vatikanischen Botschaft in Jakarta mit Plakaten wie «Der Papst baut Religion auf Hass auf.»
Islam-Äußerungen nur ZitatGrund der Erregung ist eine Passage aus einem Vortrag von Papst Benedikt XVI. an der Universität Regensburg, in der er den byzantinischen Kaiser Manuel II. Palaeologos zitiert hatte. Der Kaiser hatte an dem Propheten Mohammed «nur Schlechtes und Inhumanes» gefunden, etwa «dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten».
Der katholische Kirchenführer Kirche hatte am Sonntag beim Angelusgebet in Castel Gandolfo bedauert, dass seine Islam-Äußerungen missverstanden worden seien. Die islamkritische Passage sei «nur ein Zitat» gewesen und entspreche nicht seiner Haltung. Er nahm aber keine Aussage zurück. (nz)