netzeitung.deVatikan verschärft Sicherheitsmaßnahmen

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Polizist vor der Grenze zum Vatikan (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Polizist vor der Grenze zum Vatikan
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Papst ist nach seinen Äußerungen zum Islam von Radikalen aus dem Irak und Somalia bedroht worden. Der Vatikan führt deshalb schärfere Kontrollen ein. Auch italienische Soldaten sollen gefährdet sein.

Der Vatikan hat wegen Drohungen gegen Papst Benedikt XVI. eine Verstärkung der Sicherheitsmaßnahmen angekündigt. Beim Angelusgebet des katholischen Kirchenoberhauptes in seiner Sommerresidenz Castel Gandolfo am Sonntag werde es striktere Kontrollen geben. Das berichtete das staatliche italienische Fernsehen am Samstagabend.

Eine Gruppe, die sich «Armee der Mudschahedin» nennt und aus dem Irak stammen soll, habe im Internet mit Angriffen auf den Vatikan gedroht. «Ihr Kreuz in Rom wird vernichtet», heißt es darin. Auch in Somalia gebe es einen Aufruf zur «Jagd auf den Papst».

Italienische Geheimdienste wiesen überdies auf mögliche Gefahren für italienische Soldaten im Ausland hin. Italien hat etwa im Irak, in Afghanistan und im Libanon UN-Truppen stationiert.

Al Qaeda gegen Vatikan
Der Privatsender Tg5 zeigte am Abend ein Anti-Vatikan-Video, das der Terrororganisation Al Qaeda zugeschrieben wird, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa.

Muslimische Geistliche aus dem Iran wollen am Sonntag in der heiligen Stadt Ghom gegen den Papst demonstrieren, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars. Ghom gilt als das wichtigste religiöse Zentrum des Landes.

Zuvor hatte Benedikt XVI. in einer Erklärung bedauert, dass einige Passagen seiner Rede in Bayern die «Gefühle der muslimischen Gläubigen» verletzt haben könnten. In seinem Vortrag in Regensburg hatte er sich mit dem Thema Heiliger Krieg beschäftigt und dabei einen mittelalterlichen Kaiser mit scharfer Kritik am Propheten Mohammed zitiert. Darauf gab es in weiten Teilen der islamischen Welt Proteste und die Forderung, der Papst solle sich entschuldigen und seine Worte zurücknehmen.

Muslime in aller Welt hatten die Erklärung begrüßt, darunter auch der Zentralrat der Muslime in Deutschland und der türkische Religionswächter. Am Sonntag äußert sich der Papst möglicherweise noch einmal persönlich zu der Rede. (nz)