05. Apr 2006 14:33
Beim Erwerb des Geburtshauses von Papst Benedikt XVI. kann die katholische Kirche auf kräftige staatliche Unterstützung zählen. Das Geschäft veranlasst selbst einen CSUler zu «leichter Kritik».
Der Freistaat Bayern bezuschusst den Kauf des Geburtshauses von Papst Benedikt XVI. im oberbayerischen Marktl am Inn mit einer Million Euro. Gegen den Widerstand von SPD und Grünen billigte der Haushaltsausschuss des Landtags am Mittwoch mit den Stimmen der CSU einen entsprechenden Posten im Nachtragsetat 2006. Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU) sagte, der Freistaat trage so dazu bei, dass das Haus nicht in falsche Hände gerate. SPD und Grüne konterten, der Ankauf des Hauses sei eine kirchliche, keine staatliche Aufgabe.
«Es kann mir niemand erzählen, dass die sieben bayerischen Bistümer nicht in der Lage wären, die eine Million Euro selbst aufzubringen», kritisierte Ausschussvize Heinz Kaiser (SPD). Auch Günter Gabsteiger von der CSU räumte ein, er sei «nicht begeistert» angesichts der Vorstellung, was man mit einer Million sonst alles anfangen könne. «Wenn man diese leichte Kritik anbringen darf, kommt man hoffentlich nicht in die Hölle, sondern nur ins Fegefeuer.» Über die Höhe des Kaufpreises wurde zwischen der Kirche und der bisherigen Besitzerin Stillschweigen vereinbart.Nach Angaben der Stiftung wird derzeit an einem Konzept für die künftige Nutzung des denkmalgeschützten Hauses gearbeitet. Gedacht ist an eine Begegnungsstätte, in der Leben und Wirken des bayerischen Papstes dargestellt werden. Offen ist auch noch, ob Benedikt XVI. bei seinem Besuch in Bayern im September einen Abstecher nach Marktl macht und sein Geburtshaus dann anschaut.
Die bisherige Eigentümerin des im Ortszentrum gelegenen Gebäudes hatte sich im Sommer 2005 zum Verkauf entschlossen, da der wachsende Strom von Pilgern und Neugierigen seit der Wahl von Joseph Ratzinger zum Papst eine private Nutzung der Räume erschwerte. (nz)