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Lupe Degussa gibt sich neue Struktur

Der Chemiekonzern Degussa will künftig mit weniger Managern auskommen. Zudem soll die Rendite des Unternehmens durch Verkäufe verbessert werden.

Der Chemiekonzern Degussa
steht offenbar vor einem größeren Umbau als bislang angekündigt. So soll die Struktur des Unternehmens durch den Wegfall der zweiten Manangement-Ebene vereinfacht werden. Das berichtet die «Süddeutsche Zeitung» unter Berufung auf eine Studie der Boston Consulting Group (BCG). Zudem gebe es erste Überlegungen über einen Verkauf der Bauchemiesparte. Ein Degussa-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren.

Die Pläne sollen dem Bericht zufolge bereits in der Aufsichtsratssitzung am 13. Dezember beraten und beschlossen werden. Derzeit verfügt Degussa über einen vierköpfigen Vorstand, unter dem sich fünf Bereichsvorstände befinden. Darunter werden 20 so genannte Business Units geführt. Nach den Plänen der Beraterfirma solle die Ebene der Bereichsvorstände abgeschafft werden, berichtet die Zeitung.

Eon trennt sich von Degussa-Aktien
Hinter den Umbauplänen stehe das Interesse des Degussa-Großaktionärs RAG, die Rendite des Konzerns zu erhöhen, schreibt die Zeitung weiter. Ein bereits erarbeitetes Programm zur Verbesserung der Rentabilität um 300 Millionen Euro bis zum Jahr 2008 reiche offenbar nicht mehr aus.

Im kommenden Jahr will sich der Energiekonzern Eon von seiner 43-prozentigen Beteiligung an Degussa trennen. Eon ist vertraglich verpflichtet, die Aktien der RAG als Hauptaktionärin anzubieten. Nach früheren Angaben sei die ehemalige Ruhrkohle AG daran interessiert, das komplette Paket zu übernehmen, berichtet die «SZ». Die Erlöse aus dem Verkauf der Degussa-Aktien will Eon als Sonderausschüttung an seine Anteilseigner weitergeben.

Unruhe unter Beschäftigten
Für Unruhe bei der Belegschaft sorgten «erste Überlegungen» bei Degussa, sich von der Bauchemiesparte zu trennen. Große Teile der Sparte, in der Degussa nach eigenen Angaben weltweiter Marktführer ist, sind im bayerischen Trostberg angesiedelt. Weitere Standorte befinden sich im Ausland. Mit mehr als 7000 Mitarbeitern setzte die Sparte 2004 knapp 1,8 Milliarden Euro um.

Schon länger werde bei Degussa geplant, Firmenteile zu verkaufen, die wenig Wachstumspotenzial haben. So sollen Teile der NCN-Chemie, die Chemikalien für Feuerwerkskörper herstellt, ausgelagert und möglicherweise verkauft werden. Betroffen wären davon rund 2000 Arbeitsplätze. Bereits abgeschlossen sind die Verkäufe des Nahrungsmittelzusatzgeschäfts und der Metallurgiesparte. Auch die Wasserchemie soll bis Jahresende veräußert werden. (nz)