Köln ruft: «Benedetto» und «Papa-Razzi»: 

netzeitung.deHunderttausende in Vorfreude auf den Papst

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Vorfreude: Pilger vor einem übergroßen Papst-Poster (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Vorfreude: Pilger vor einem übergroßen Papst-Poster
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Er kommt: Am Donnerstag um 12 Uhr wird Joseph Ratzinger erstmals als Papst Benedikt XVI. deutschen Boden betreten. Köln und der Weltjugendtag sind «von Kopf bis Fuß» auf den Pontifex eingestellt.

Von Katja Heins, dpa

«Benedetto, Benedetto» singen die italienischen Jugendlichen, klatschen in die Hände und reißen die Arme in die Höhe. Sofort schallt es vom anderen Ende der Domplatte in Köln zurück: «Papa-Razzi, Papa-Razzi». Matthias Demmel aus Oberbayern schüttelt den Kopf und lacht. «Überall, wo Pilger sind, ist Stimmung. Aber kein Wunder, wir freuen uns eben alle auf den Papst». Einen Tag vor dem Besuch des Oberhauptes der katholischen Kirche steigt die Spannung unter den mehr als 400.000 Weltjugendtags-Pilgern und den Einheimischen immer mehr. Papst Benedikt XVI. ist «das» Thema.

Am Donnerstag um 12.00 Uhr wird der Pontifex auf dem Flughafen Köln-Bonn in seiner deutschen Heimat landen. Nach ein paar Worten am Flughafen und seinem Einzug ins Erzbischöfliche Haus wird er am späten Nachmittag zur Willkommensfeier an Bord der «MS-Rheinenergie» gehen. Nach einem anschließenden Dom-Besuch ist für 19 Uhr die 20-minütige Fahrt mit dem Papamobil durch die Innenstadt geplant. Zu diesem Großereignis werden mehrere Hunderttausend Besucher erwartet, die Benedikt XVI. vom Rheinufer und Straßenrand zuwinken werden.

«Da muss ich hinfahren»
«Köln ist von Kopf bis Fuß auf den Papst eingestellt», sagt Ingrid Wipperfürth. In der Innenstadt ist die Vorfreude zu greifen. Überall hängen Fahnen mit dem Weltjugendtags-Logo und Willkommensgrüße für den Papst. «Ich möchte ihn selbst gerne am Sonntag auf dem Marienfeld sehen. Aber meine Tochter hat gesagt: Mama, du bist doch keine Jugendliche mehr.» Von dem Besuch abhalten lassen will sich die 52-jährige Kölnerin dennoch nicht. «Wenn es nach fast 500 Jahren mal wieder einen deutschen Papst gibt, muss ich einfach hin.»

Ähnlich sieht es auch Jörg Kemper. Den 35-Jährigen zieht es allerdings weniger aus religiösen Gründen in die Nähe des Pontifex. «Über Benedikt XVI. wird mittlerweile wie über einen Popstar berichtet. Ich bin einfach wahnsinnig gespannt, wie sich die ganzen Besucher und Anhänger verhalten werden.» Gleich nach der Arbeit werde er sich zum Rheinufer durchkämpfen, um die «Atmosphäre während der Schiffstour atmen zu können.»

Auch ein Papst für die Jugend
Die Erwartungen sind auch unter den Pilgern in diesen Tagen groß. Viele sind sicher, dass Papst Benedikt XVI. die Menge begeistern wird. «Er wird die richtigen Worte und einen Zugang zu uns finden», ist sich Veronika Pfister aus Oberbayern sicher. «Viele aus unserer Gruppe sind nur mitgekommen, um ihn zu sehen. Aber alle sind optimistisch, dass Joseph Ratzinger auch ein Papst für die Jugend ist», sagt die 17-Jährige Schülerin und schwenkt die Friedensflagge.

Auch bei der Polizei blickt man erwartungsvoll auf den Tag der Tage. «Wir sind bereit», sagte ein Sprecher der Polizei am Mittwoch in Köln. «Die wichtigsten Sicherheitsvorkehrungen sind in den vergangenen Wochen gelaufen. Der Rhein wurde mehrere Male abgesucht, die Poller Wiesen von gefährlicher Weltkriegsmunition befreit.» Dass die Sicherheitskräfte bereit für den Papst-Besuch sind, zeigen auch einige Beamte, die an ihrer Uniform einen Button einer deutschen Boulevard-Zeitung mit der Aufschrift tragen: «Wir sind Papst«.