netzeitung.deIsrael bestellt apostolischen Nuntius ein

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Lupe Israel bestellt apostolischen Nuntius ein

Papst Benedikt XVI. hat die Terroranschläge der letzten Tage verurteilt, Israel aber nicht erwähnt. Das sorgt für diplomatische Spannungen.

Israel hat gegen jüngste Äußerungen von Papst Benedikt XVI. protestiert. Der Kirchenführer hatte beim Sonntagsgebet die Terroranschläge in Großbritannien, Ägypten, im Irak und der Türkei verurteilt, Anschläge in Israel aber nicht erwähnt.

Das israelische Außenministerium teilte mit, man habe den apostolischen Nuntius einbestellt. Es «schreie zum Himmel», dass das Oberhaupt der Katholiken einen Terroranschlag in Israel in der vergangenen Woche übergangen habe. «Abgesehen von dem moralischen Vakuum kann das möglicherweise als Billigung terrorisischer Akte gegen Juden verstanden werden», hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums.
Vatikan weist Vorwürfe zurück
Vatikansprecher Joaquin Navarro-Valls wies die Vorwürfe als Verzerrung zurück: Der Papst habe am Sonntag ausdrücklich von den Anschlägen «der vergangenen Tage» gesprochen. Ansonsten habe er aber stets auch Anschläge gegen Israel verurteilt.

Israel und der Vatikan haben im Jahr 1993 ihre diplomatische Beziehungen wiederaufgenommen. Vor allem der im April gestorbene Papst Johannes Paul II. hatte sich für eine Versöhnung der katholischen Kirche mit den Juden eingesetzt. Bei einem Besuch in Jerusalem im Jahr 2000 bat er um Vergebung für die Judenverfolgungen. Bei Kommentaren zum israelisch-palästinensischen Konflikt weist der Vatikan aber aúch stets auch das Heimatrecht der Palästinenser hin. (nz)