02.10.2001
Herausgeber: netzeitung.de
Die Leitzinsen in den USA sind erneut gesenkt worden. Der Zinssatz wurde um 0,5 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent vermindert. Greenspan will so die Konjunktur wieder ankurbeln.
Mit der neunten Zinnssenkung in diesem Jahr hat die amerikanische Notenbank am Dienstag den Leitzinssatz auf das niedrigste Niveau seit fast vierzig Jahren gedrückt. Mit dieser von Experten mehrheitlich erwarteten Absenkung des Tagesgeldsatzes in den USA von drei auf 2,5 Prozent steht der Leitzins nun so tief wie zuletzt 1962, zu Zeiten des Präsidenten John F. Kennedy - und insgesamt vier Prozentpunkte niedriger als zu Jahresbeginn.
Risiken für die KonjunkturDie Notenbank begründete den Zinsschritt mit den Risiken einer weiteren Abschwächung der Konjunktur. Die Anschläge vom 11. September hätten die Unsicherheit in der Wirtschaft deutlich erhöht. Den von den Märkten weniger beachteten Diskontsatz senkte die Notenbank ebenfalls um einen halben Prozentpunkt auf 2,0 Prozent.
Der Satz für Tagesgeld ist das, was Banken sich gegenseitig für kurzfristige Kredite in Rechnung stellen. In der Regel senken die amerikanischen Großbanken entsprechend die «Prime Rate», einen wichtigen Eckzins, an dem sich Teilzahlungs-, Kreditkarten-, variable Hypotheken- und Kreditzinsen für kleine und mittlere Unternehmen orientieren.
Ankurbelung der Konjunktur Die US-Notenbank versucht bereits seit Beginn des Jahres, Unternehmer und Konsumenten mit der Verbilligung des Geldes zu neuen Investitionen zu reizen. Bislang mit wenig Erfolg. Das Wirtschaftswachstum hat rapide nachgelassen. Im 3. Quartal schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt nach Schätzungen von Experten. Im 2. Quartal war es gegenüber dem Vorquartal nur noch um weniger als 0,1 Prozent gewachsen.
Die jüngste Zinssenkung erfolgte am 17. September, sechs Tage nach den Terroranschlägen in New York und Washington und der damit verbundenen Börsenschließung. Es handelte sich um eine mit internationalen Notenbanken abgestimmten Aktion zur Stützung der Weltkonjunktur. Die Wirkung verpuffte allerdings: Der Dow Jones verlor in dieser Woche 14,3 Prozent. Die Hälfte der Verluste wurde in der vergangenen Woche wieder aufgeholt. (nz)