Auschwitz-Gedenken : «Die Welt schaute zu»
05.05.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Menschen aus aller Welt beim 'Marsch der Lebenden' in Auschwitz.
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Am Standort des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz haben rund 20.000 Menschen der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. In einem «Marsch der Lebenden» hatten sie sich zuvor in das KZ begeben.
Im Konzentrationslager Auschwitz sind tausende Menschen aus aller Welt zum jährlichen «Marsch der Lebenden» zusammengekommen, um der Opfer des Holocaust zu gedenken. Ihr Weg führte von Auschwitz in das drei Kilometer entfernte Vernichtungslager Birkenau.
An dem Schweigemarsch nehmen der israelische Regierungschef Ariel Scharon sowie sein polnischer Kollege Marek Belka teil. «Vergesst nicht, wie Millionen Juden in den Tod marschiert sind, während die Welt zugesehen hat - erinnert Euch an das Schweigen der Welt», sagte Scharon in seiner Ansprache. Er bezeichnete die Überlebenden des Holocaust als «wahre Helden», die die Kraft hatten, nach Israel auszuwandern, den jüdischen Staat zu gründen und dort ihre Kinder, Enkel und Urenkel zu erziehen.
Jüdisches KulturerbeDer polnische Ministerpräsident Marek Belka sagte, die tragischen Ereignisse des Zweiten Weltkriegs sollten die Menschen immun gegen Hass, Intoleranz, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit machen. Die Nationalsozialisten hätten Polen, das Land mit der größten jüdischen Diaspora in Europa, in ein Massengrab verwandelt. Daher sei es um so wichtiger, das jüdische Kulturerbe in Polen zu bewahren, betonte Belka und verwies auf das in Warschau geplante Museum über die Geschichte der polnischen Juden.
Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten in Polen 3,5 Millionen Juden - ein Zehntel der Bevölkerung. Nur eine halbe Million von ihnen überlebte den Holocaust, vor allem in den von der Sowjetunion besetzten ostpolnischen Gebieten. Allein in Auschwitz-Birkenau ermordeten die Nationalsozialisten zwischen 1,1 und 1,5 Millionen Menschen. Die meisten Opfer waren Juden. (nz)