netzeitung.deSonne und Luxus in Dubai

 Herausgeber: netzeitung.de

Dubai (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Dubai
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Winterasyl bietet ein Besuch der Vereinigten Arabischen Emirate. Die Küstenstadt Dubai zeigt Reichtümer wie aus einer modernen Version von 1001 Nacht.

Wenn in Deutschland einem der Schneematsch die Hosenbeine nässt, der Himmel, anstatt die Farbe zu ändern, einfach grau bleibt, und man sich fragt, ob die Krankenkasse wohl eine Lichttherapie bezahlen würde, eröffnet die Reise in ein Land wie die Vereinigten Arabischen Emirate ganz neue Möglichkeiten.

Zwischen November und März liegen die Tagestemperaturen hier um 25 Grad, es regnet so gut wie nie, stattdessen scheint jeden Tag durchschnittlich acht Stunden die Sonne. Das sollte reichen, um den Schneematsch zu vergessen.

Nach knapp sechs Stunden Flug erreicht der Winterflüchtling Dubai. Die Küstenstadt ist für die meisten Urlauber der Ausgangspunkt. Und dort fallen vor allem die Kontraste auf, die in ihrer Heftigkeit an Weltstädte wie Hong Kong oder Rio de Janeiro erinnern: Während auf der einen Seite heruntergekommene Boote - kaum größer als zwei Handtücher - über die zahlreichen Creeks in der Innenstadt dümpeln, erheben sich auf der anderen Seite wie aus dem Nichts überdimensionale Wolkenkratzer, die selbst New Yorker staunen machen. Selten liegen schlichtes Alltagsleben und Pomp so nah beieinander wie in Dubai. Während dessen Einwohner ihr Auskommen früher als einfache Händler oder Fischer hatten, wird heute in den gläsernen Palästen nach wie vor allem mit Öl-Geschäften das große Geld gemacht.

200 künstliche Inseln
Das Wahrzeichen des Fortschritts Dubais steht auf einer künstlichen Halbinsel direkt vor der Küste. Das Luxus-Hotel «Burj al Arab» liegt rund 15 Kilometer südlich von Dubai-Stadt und ist das einzige Sieben-Sterne-Hotel auf der Welt. Die Baukosten des über 320 Meter hohen Baus in Form eines gespannten Segels sollen bei über einer Milliarde Euro gelegen haben. Da können selbst die überkandidelten Hotels in Las Vegas nicht mithalten. Und in Dubai wird weiter gebaut. Derzeit entsteht eine ganze künstliche Insellandschaft vor der Küste, deren Luxusvillen und Hotels den Reichen und Schönen dieser Welt Entspannung bieten sollen. Und Kronprinz Mohammed bin Raschid el Maktum will noch eins draufsetzen: Das nächste Projekt sind noch mal 200 künstlich angelegte Inseln. 2008 soll die künstliche Stadt bezugsfertig sein. Über die Kosten wird geschwiegen.

Doch gibt es auch noch das alte Dubai, abseits der großen Straßen und Hochhäuser, in den kleinen Gassen der Außenbezirke und auf den unzähligen Märkten. Hier gibt es alles von Gewürzen über Stoffe, Teppichen bis zu Elektro-Geräten und den neuesten Joggingschuhen mit drei Streifen. Und es wird gehandelt.

Nicht so günstig wie es aussieht
Viele Touristen kommen nach Dubai, um in den unüberschaubar großen Shopping-Malls einzukaufen. Doch sollten sie dabei bedenken, dass viele Preise nur auf den ersten Blick günstig erscheinen. Meist ist die örtliche Steuer von 20 Prozent nicht enthalten. Bezahlt wird in den Vereinigten Arabischen Emiraten in «Dirham». Ein Euro ist etwa 4,3 Dirham wert. Die Hotel-Preise entsprechen dem europäischen Standard. Speisen und Getränke sind in guten Restaurants allerdings meist deutlich teurer.

Wer die Stadtgrenzen von Dubai hinter sich lässt, wird schnell auf den Boden der Realität zurückgeholt. Hinter den glitzernden Fassaden der Küstenregion erstrecken sich scheinbar endlose Wüstenlandschaften. Und man sollte sich auf keinen Fall eine geführte Tour mit einer Kamel- oder Jeep-Karawane entgehen lassen.

Auch zu empfehlen sind Ausflüge nach Abu Dhabi, Ajman, in die bekannte Wüstenoase Al Ain oder nach Hatta Village. Rund 115 Kilometer südöstlich von Dubai kann man in einem Freilichtmuseum der besonderen Art viel über die Geschichte der Vereinigten Arabischen Emirate lernen. Einige archäologische Fundstücke sind mehr als 3000 Jahre alt. Wer die weite Anfahrt scheut, kann im Al Fahidi Fort das Dubai Museum besuchen. (pi)