01.02.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Norwegen ist stolz auf sein Königshaus
König Harald V. und Gattin Sonja sind bei den Norwegern sehr beliebt. Durch eine Verfassungsänderung könnte Ingrid Alexandra, die Tochter des Kronprinzen Haakon, das erste weibliche Staatsoberhaupt Norwegens werden.
Von Ulrika KochDie Norweger lieben ihre Monarchen. König Harald V. und seine Frau, Königin Sonja, genießen im Volk höchsten Respekt. In den vergangenen Jahren haben jedoch vor allem die Königskinder Haakon und Märtha Louise für Aufmerksamkeit gesorgt. Die Wahl ihrer Partner, ihre Hochzeiten, die Geburt ihrer Kinder – all dies beschäftigt nicht nur die norwegische Gesellschaft, sondern auch europaweit die Anhänger von Königshäusern.
Auf dem Weg zur KöniginIm Januar 2004 kam Kronprinz Haakons und Kronprinzessin Mette-Marits Tochter Ingrid Alexandra zur Welt. Durch die Änderung der norwegischen Verfassung wird sie eines Tages Königin werden – zum ersten Mal in der Geschichte hätte Norwegen dann ein weibliches Staatsoberhaupt. Die königlichen Wurzeln in Norwegen reichen mehr als tausend Jahre zurück.
Dabei ist die unabhängige Monarchie noch vergleichsweise jung, nämlich genau 100 Jahre alt. Viele Jahrhunderte lang war Norwegen ein Teil Dänemarks, bis es 1814 in eine Union mit Schweden gezwungen wurde. Doch damit war 1905 Schluss – das norwegische Parlament stimmte für die Unabhängigkeit. Der Schwedenkönig wurde abgesetzt und der dänische Prinz Carl als König Haakon VII. in einer Volksabstimmung zum König gewählt. Bis zu seinem Tod 1957 saß er auf dem Thron. Dann übernahm sein Sohn Olav V. das Zepter.
Als der volksnahe König 1981 starb, war die Trauer groß. Seitdem ist sein Sohn Harald V. Staatsoberhaupt von Norwegen. Ihm folgen wird eines Tages Kronprinz Haakon.
Kronprinz und KronprinzessinDas öffentliche Interesse an Haakon ist seit seiner Hochzeit 2001 enorm gestiegen. Kein Wunder, schließlich verkörpern Haakon und Mette-Marit den modernen Typus des Monarchenpaares. Die Weichen dafür wurden früh gestellt: Seine Kindheit verbrachte der Zweitgeborene auf dem königlichen Gut Skaugum bei Oslo. Er besuchte einen öffentlichen Kindergarten und eine kommunale Schule ganz in der Nähe. Nach Beendigung seines Militärdienstes studierte er Politikwissenschaften in den USA und später Rechts- und Sozialwissenschaften in Oslo. Seine heutige Frau lernte er auf einem Festival kennen. Im August 2001 gaben sie sich im Dom von Oslo das Ja-Wort.
Bei dieser Zeremonie waren Vertreter fast aller europäischen Königshäuser anwesend, darunter die schwedische Königsfamilie, Prinz Charles sowie Dänemarks Monarchen. Nur wenige Monate später, im Mai 2002, heiratete auch Haakons Schwester Prinzessin Märtha Louise. Ihr Auserwählter war der norwegische Schriftsteller Ari Behn. Beide Königskinder haben sich also für bürgerliche Partner entschieden – eine Tatsache, die ihrer Popularität in Norwegen sicherlich weiter Aufwind gegeben hat.
Die nächste GenerationInzwischen gibt es im norwegischen Königshaus fünf Enkelkinder. Einer davon ist auch Mette-Marits Sohn Marius, der aus einer früheren Verbindung stammt. Prinzessin Märtha Louise, die seit ihrer Hochzeit auf viele Ansprüche und Privilegien verzichtet, hat mittlerweile zwei Töchter, Maud Angelika und Leah Isadora. Auch Haakon und Mette-Marit sind im Dezember erneut Eltern geworden. Den dritten Platz in der Thronfolge nimmt hinter dem Kronprinzen und Ingrid Alexandra jetzt Prinz Sverre Magnus ein.
2005 war für die norwegische Familie also ein turbulentes Jahr: Reicher Kindersegen und ein genesener König Harald sorgten für positive Schlagzeilen. Norwegen und die Welt wird weiter Anteil nehmen am Leben der sympathischen Königsfamilie aus Oslo. (nz)