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Frankreich macht mit Schwarzer Liste ernst
25. Aug 2005 17:24

Helios-Maschine
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Foto: AP
Als erstes EU-Land zieht Frankreich die Konsequenzen aus den jüngsten Flugzeug-Abstürzen: Airlines, die aus Sicherheitsgründen in Frankreich nicht landen dürfen, werden im Internet publik gemacht.
 
Nach der jüngsten Häufung von Flugzeugunfällen gibt die französische Regierung am kommenden Montag eine «schwarze Liste» nicht zugelassener Fluggesellschaften heraus. Auf dieser Liste auf der Internet-Seite der französischen zivilen Luftfahrtbehörde DGAC seien die Gesellschaften aufgeführt, die aus Sicherheitsgründen nicht in Frankreich starten oder landen dürfen, sagte der französische Verkehrsminister Dominique Perben am Donnerstag in Paris.

Die Reiseveranstalter sollen darüber hinaus bis zum Jahresende dazu verpflichtet werden, den Urlaubern bei der Buchung mitzuteilen, mit welcher Fluggesellschaft sie fliegen werden. «Wie in den USA und in Großbritannien sollen Passagiere alle verfügbaren Informationen erhalten», sagte Perben der Tageszeitung «Le Monde». Im kommenden Jahr will Frankreich zuverlässige Fluggesellschaften mit einem «blauen Band» als Markenzeichen ausstatten.

EU will ebenfalls Liste erstellen

Mehr in der Netzeitung:
EU-Verkehrskommissar Jaques Barrot hatte vor wenigen Tagen angekündigt, dass die EU bis zum Jahresende eine Schwarze Liste von unzuverlässigen Gesellschaften erstellen will. «Wir hoffen, dass es uns diese an die Kommission übermittelten Informationen ermöglichen, eine Art Schwarze Liste zu erstellen», sagte er.

Zurzeit liege ein entsprechender Vorschlag aber noch beim Europäischen Parlament zur Ratifizierung, sagte der Verkehrskommissar. «Normalerweise müssten wir am Ende des Jahres über diese Liste verfügen, die den Passagieren über das Internet zur Verfügung gestellt werden könnte.»

Cockpit über Liste skeptisch

Mehr im Internet:
Allerdings stieß das EU-Projekt schon auf die Skepsis der Piloten- Vereinigung Cockpit. «Wir sind von dem Vorschlag nicht ganz überzeugt», sagte ein Cockpit-Sprecher der Netzeitung. Derzeit gingen die Gesellschaften noch relativ offen mit Problemen um und machten Konkurrenten auf mögliche Schwierigkeiten aufmerksam. «Das könnte sich mit der Liste ändern.» Die Airlines würden um jeden Preis versuchen, nicht auf die Liste zu kommen.

Im Monat August hat es bislang fünf schwere Flugzeugunglücke mit vermutlich über 330 Todesopfern gegeben. Zuletzt starben am vergangenen Dienstag etwa 40 Menschen bei der Bruchlandung einer Boeing 737-200 der peruanischen Fluggesellschaft TANS in einem Sumpfgebiet in Peru. Am 14. August kamen beim Absturz einer Boeing 737 der zyprischen Fluglinie Helios in der Nähe der griechischen Hauptstadt Athen alle 121 Insassen ums Leben.(nz)




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