Kurzentschlossen zum Kick:
EM-Angebote für Last-Minute-Fans
22. Apr 2008 12:28
 |  Das Stadion in Klagenfurt liegt in einer idyllischen Bergwelt | Foto: dpa |
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Wer kurzentschlossen die Spiele der Fußball-Europameisterschaft live erleben will, muss tief in die Tasche greifen. Viele Hotels sind bereits ausgebucht. Allerdings nicht überall.
Spontane Reiseideen sind oft die besten. Fußballfans, die sich jetzt noch für einen Besuch der EM-Städte in Österreich und der Schweiz – die EM findet vom 7. bis 29. Juni statt – entscheiden, droht ohne frühe Zimmerbuchung jedoch ein Schlafplatz unter der Brücke. In den meisten EM-Städten sind die Hotelkapazitäten weitgehend erschöpft. Und die Veranstalter werden anders als sonst ihre Preise für Kurzentschlossene nicht senken.
Schwierig wird es vor allem in Basel und Bern: «In den ersten EM-Tagen haben wir gleichzeitig die Kunstmesse Art Basel, in Bern tagt noch das Parlament – da sieht es mit Hotelzimmern zappenduster aus», sagt Jörg Krebs von Schweiz Tourismus in Zürich. Hinzu komme, dass die Fans aus den Niederlanden rund um den Spielort ihres Teams viele Hotelzimmer längst belegt haben.
Für deutsche Fans ist Österreich interessant
Für deutsche «Last-Minute-Fans» interessanter ist die Buchungslage in Österreich, dort bestreiten Michael Ballack & Co. die Vorrunde. In Klagenfurt, wo am 8. und 12. Juni Polen und Kroatien als Gegner warten, seien die 3000 Gästebetten «für die Euro bereits ausgebucht», sagt Markus Strutz von Klagenfurt Tourismus. «Was wir noch anbieten können, sind Fancamps.» Auch in Innsbruck «sind die Zimmer an den Spieltagen ausgebucht», sagt Gabi Ziller von der Tirol Werbung. In Wien, wo Deutschland am 16. Juni auf Österreich trifft, sind laut Wien Tourismus aber noch in allen Kategorien Zimmer zu bekommen.
 |  Über Zürich reisen viele EM-Fans - dort gibt es aber mehr als Fußball | Foto: dpa |
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Wer sich erst im Mai oder Juni zu einer Reise in die EM-Länder entschließt, muss zum Teil längere Anfahrten in die Städte in Kauf nehmen. Oder er muss darauf hoffen, dass noch viele Zimmer kurzfristig frei werden, die bislang nur «virtuell» belegt sind. «Täglich werden blockierte Kontingente zurückgegeben, etwa von der Uefa direkt», erläutert Daniela King von der Salzburg-Information. Wie viele Zimmer Sponsoren freigeben, dürfte erst «sehr kurzfristig vor dem Turnier» feststehen, sagt Jörg Krebs von Schweiz Tourismus.
Noch Kapazitäten im Drei- und Vier-Sterne-Bereich
Zum Teil sehen das auch die Reiseveranstalter so, etwa der Sportreisen-Spezialist Voss & Votava in Unna. Wenn es im Sommer Positives von der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zu hören gebe, sei durchaus mit vielen Last-Minute-Wünschen zu rechnen, sagt Helmut Voss, der mit insgesamt 1000 EM-Kunden kalkuliert, darunter auch viele Firmen. Dass bei Preisen von 3990 Euro für eine dreitägige Flugreise zum EM-Finale in Wien viele Einzelkunden zuschlagen, ist eher nicht zu erwarten. Bei Vietentours in Düsseldorf kostet ein viertägiger Trip zum Polen-Spiel in Klagenfurt ab 1265 Euro – ohne Anreise. «Wir haben noch ganz gute Kapazitäten mit Hotels im Drei- und Vier-Sterne-Bereich», sagt Geschäftsführer Hans Overhage.
Reiseveranstalter dürfen keine Tickets verkaufen
Das Problem aller Reiseveranstalter ist, dass sie Eintrittskarten für die EM-Spiele nicht als Teil ihrer Gesamtpakete verkaufen dürfen. Anbieter wie Vietentours helfen bei der Ticket-Beschaffung und kalkulieren die Kosten dafür auch in ihren Preisen ein, sind aber selbst nicht die Verkäufer der Stadionkarten. «Dass wir keine Tickets verkaufen, bremst schon die Euphorie», sagt Tom Rostek, Sportreisen-Produktleiter beim Veranstalter Dertour in Frankfurt/Main. (Christian Röwekamp, dpa)Informationen: Österreich Werbung, kostenlose Telefon-Hotline: 00800/40 02 00 00, Schweiz Tourismus, kostenlose Telefon-Hotline: 00800/10 02 00 30