Das Bundesverkehrsministerium hatte bereits Anfang März die rechtlichen Voraussetzungen für Handy-Telefonate in Flugzeugen geschaffen. Ohne europaweit einheitlichen Ansatz hätten die Airlines den neuen Service aber nur auf Inlandsflügen anbieten können und für alle übrigen Verbindungen eine eigene Zulassung bei der jeweiligen nationalen Behörde erwirken müssen. Mit der Kommissionsentscheidung ist klargestellt, dass eine etwa in Deutschland erlangte Zulassung automatisch auch in allen übrigen 26 EU-Staaten gilt.Da im internationalen Luftraum die Bestimmungen des Heimatlands einer jeden Fluggesellschaft gelten, werden USA-Reisende künftig auch über dem Atlantik telefonieren können. In den USA ist der Gebrauch von Mobiltelefonen im Flugzeug weiter verboten.
Die von den Anbietern AeroMobile, OnAir und H4 hergestellten Bordsysteme verhindern, dass sich die Mobiltelefone direkt in terrestrische Netzwerke am Boden einwählen und die Flugzeugtechnik stören. Bei Start und Landung, Turbulenzen und einer Flughöhe unter 3000 Metern müssen die Telefone abgeschaltet bleiben. Die Preisgrenzen für Mobilfunkgespräche im EU-Ausland werden im Flugzeug nicht gelten. «Wir gehen davon aus, dass die neuen Dienste ein bisschen teurer sein werden als Mobiltelefonate am Boden», sagte Kommissionssprecher Martin Selmayr. EU-Kommissarin Vivian Reding warnt: «Wenn die Verbraucher schockierend hohe Telefonrechnungen erhalten, wird das Angebot nicht abheben.» (AP)